Kaum Proteste gegen Homosexuellen-Parade in Jerusalem

JERUSALEM (inn) - Am Donnerstag haben einige Tausend Menschen am Homosexuellen-Marsch in Jerusalem teilgenommen. Anders als in den Jahren zuvor entschied die ultra-orthodoxe Gemeinschaft, nicht gegen die "Gay Parade" zu demonstrieren.

Fahnen mit Regenbogenfarben und israelische Flaggen waren am Donnerstagabend in Jerusalem zu sehen. Die Tageszeitung “Ha´aretz” berichtet von 2.000 Teilnehmern der Schwulen- und Lesbenparade, die “Jerusalem Post” schreibt, es seien 4.000 Menschen gewesen.

In den vergangenen Jahren hatten ultra-orthodoxe Juden gegen die Veranstaltung protestiert, teilweise gewalttätig. Im Jahr 2005 stach ein orthodoxer Jude auf drei Teilnehmer der Homosexuellen-Parade ein. Er sitzt eine 12-jährige Haftstrafe ab.

In diesem Jahr jedoch verlief der Marsch friedlich. Die Polizei teilte mit, sie habe lediglich einen Eier-Werfer festgenommen. Die ultra-orthodoxe Gemeinschaft hatte beschlossen, anders als in den vergangenen Jahren nicht zu demonstrieren, um die jungen Mitglieder nicht zu sehr mit Homosexualität zu konfrontieren. Einige hundert Bewohner des orthodoxen Stadtviertels Mea She’arim demonstrierten friedlich. Rabbiner hatten sie jedoch ermahnt, nicht zu nah an die Parade zu kommen. Die Polizei setzte 1.600 Sicherheitskräfte entlang der abgesperrten Straßen ein. Im Jahr 2006 waren es noch 12.000 Einsatzkräfte gewesen.

Die Homosexuellen-Parade wurde zum achten Mal vom Schwulen- und Lesbenzentrum “Open House” organisiert. Laut “Jerusalem Post” ergab eine Umfrage, dass rund zwei Drittel der Jerusalemer Bürger dagegen sind, dass der Marsch in der Hauptstadt abgehalten wird.

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