Katzav und Schalom bei Totenmesse für Papst

ROM (inn) – Staatspräsident Mosche Katzav und Außenminister Silvan Schalom haben Israel am Freitag bei der Totenmesse für Papst Johannes Paul II. vertreten – an der Trauerfeier nahmen Hunderttausende Menschen teil, darunter etwa 200 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt.

Neben Katzav und Schalom waren der Richter Salim Dschubran vom Obersten Gerichtshof und Repräsentanten des israelischen Oberrabbinats auf dem Petersplatz vertreten. Am Rande der Zeremonie gab Katzav dem syrischen Präsidenten Baschar Assad die Hand. Zudem wechselte er in seiner persischen Muttersprache ein paar Worte mit dem iranischen Präsidenten Mohammed Chatami.

Die Messe hielt der frühere Ratgeber des Papstes, der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger. Er gilt als einer der Kandidaten für die Nachfolge des katholischen Kirchenoberhauptes. Den verstorbenen Papst, der aus Polen stammte, habe eine große Vergebungsbereitschaft ausgezeichnet, sagte der Kardinal in seiner Predigt. Die Messe verfolgten rund 300.000 Menschen auf dem Petersplatz. Insgesamt waren etwa vier Millionen Pilger nach Rom gekommen. Zudem wurde die Totenfeier weltweit von Millionen von Menschen im Fernsehen verfolgt.

Im Januar 2004 hatte Papst Johannes Paul II. die beiden israelischen Oberrabbiner im Vatikan empfangen. Bei einer Israel-Reise im Jahr 2000 besuchte er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und die Klagemauer. Das jüdische Volk bat er um Vergebung für die von Kirchenleuten früherer Jahrhunderte verübten oder geduldeten Verbrechen.

In seinem Testament hat der Papst auch den römischen Oberrabbiner erwähnt: “In allen Jahren meines Pontifikates hatte ich eine fruchtbare und gesegnete Zusammenarbeit mit vielen Religionsvertretern. Wie könnte ich jemals diese vielen christlichen, nicht-katholischen Brüder vergessen… und den Rabbi von Rom?” Im Jahr 1986 hatte Johannes Paul II. die Synagoge in der italienischen Hauptstadt besucht.

Unter den ranghohen Teilnehmern der Totenmesse waren aus Deutschland Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Gerhard Schröder, Außenminister Joschka Fischer, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und die CDU-Vorsitzende Angela Merkel. Zu den Gästen zählten auch US-Präsident George W. Bush sowie seine Vorgänger Bill Clinton und George Bush senior. UNO-Generalsekretär Kofi Annan nahm ebenfalls teil. Auch einige islamische Staaten waren vertreten.

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