Katalog speziell für Ultra-Orthodoxe

Ikea stellt sich in Israel auf unterschiedliche Zielgruppen ein. Ultra-orthodoxen Juden bietet der Möbelkonzern einen Katalog, der sich in einem wesentlichen Punkt von der normalen Ausgabe unterscheidet.
Keine Frauen, keine Mädchen: Ikea nimmt in diesem Katalog Rücksicht auf die ultra-orthodoxe Zielgruppe

Foto: Ikea

Keine Frauen, keine Mädchen: Ikea nimmt in diesem Katalog Rücksicht auf die ultra-orthodoxe Zielgruppe

JERUSALEM (inn) – Der schwedische Möbelkonzern Ikea hat auch Fans in Israel. Um dort den unterschiedlichen Zielgruppen gerecht zu werden, hat das Einrichtungshaus nun einen Katalog herausgebracht, der sich speziell an ultra-orthodoxe Juden richtet. Das Besondere: In dem Prospekt sind, anders als in der normalen Auflage, keine Frauen und Mädchen abgebildet.

Der Katalog sei „extra für die Haredim-Gemeinschaft angefertigt, in dem Versuch, diese Minderheit in Israel zu erreichen“, teilte ein israelischer Ikea-Manager, Schuki Koblenz, am Donnerstag mit. Der Katalog zeige nur Männer und Jungen auch bei der Darstellung von Familiensituationen in den abgebildeten Wohnräumen, Bädern und Küchen. Wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet, lege der Katalog zudem den Schwerpunkt auf Produkte, deren Nutzung in ultra-orthodoxen Familien naheliegt – etwa Bücherregale, die schwere „heilige Bücher“ tragen können oder Tische, die für den Schabatt dekoriert sind.

Spott im Netz

Einige Israelis machen sich in den sozialen Netzwerken im Internet über den Katalog lustig. „Wo ist die Mutter hingegangen?“ kommentiert etwa ein Nutzer das Foto eines Vaters, der mit seinen Söhnen um einen Esstisch versammelt ist.

Ein anderer Nutzer schreibt spöttisch: „Das ist ja toll, ich wusste nicht, dass es auch bei den ultra-orthodoxen alleinerziehende Eltern gibt!“

Etwa zehn Prozent der in Israel lebenden Menschen sind ultra-orthodoxe Juden. Zum Teil leben sie in eigenen Städten und Vierteln. Sie legen besonderen Wert auch auf traditionelle und züchtige Kleidung. Ikea unterhält in Israel drei Filialen. Sie bieten koscheres Essen in ihren Restaurants an und haben am Schabatt sowie an jüdischen Feiertagen geschlossen.

Von: mb

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