Kassam-Angriff verletzt 69 Soldaten

BEIT HANUN (inn) - Ein Kassam-Raketen-Angriff im westlichen Negev hat die bislang größte Zahl an Verletzten unter Israelis verursacht. In der Nacht zum Dienstag schossen Palästinensische Terror-Gruppen drei Kassam-Raketen auf eine israelische Militärbasis ab - israelische Medien berichten von 69 verletzten Soldaten.

Gegen 1:30 Uhr schossen Palästinenser aus der Nähe der palästinensischen Ortschaft Beit Hanun im Gazastreifen die Raketen auf Israel ab, berichtet der Internetdienst der Tageszeitung "Jediot Aharonot". Zwei davon landeten auf offenem Feld, die dritte landete auf der "Zikim"-Basis, die rund einen Kilometer nördlich vom Gazastreifen liegt.

Der Zustand eines Soldaten sei sehr kritisch, sagen die Ärzte, drei weitere seien schwer verletzt. Ein Zelt in der Basis, in dem Essen vergeben wird und in dem sich noch zahlreiche Soldaten aufhielten, wurde direkt getroffen. Die Einheit absolvierte in der Nacht ein Training, das wenige Stunden nach dem Raketenanschlag enden sollte. Mehrere Soldaten, die in einem benachbarten Zelt schliefen, wurden von umherfliegenden Schrapnells getroffen. Die Sirenen des Alarmsystems "Farbe Rot" gingen zwar an, doch die Zeit zwischen dem Alarm und dem Einschlag war zu kurz, als dass sich die Soldaten hätten retten können, berichteten Augenzeugen.

Die "Saladin Brigaden", der bewaffnete Arm der "Volkswiderstandskomitees" erklärten sich verantwortlich für den Angriff. Abu Mudschahad, Sprecher der Gruppe, sagte gegenüber der Zeitung "Jediot Aharonot", dass sie zwei Raketen auf Israel abgefeuert hätten. Danach sagten auch die "Al-Quds Brigade", der bewaffnete Arm des "Islamischen Dschihad", sie hätten die Raketen abgefeuert. Anhänger des "Islamischen Dschihad" feierten den Anschlag am Dienstagmorgen in Moscheen und sagten über Lautsprecher die Anzahl der Verletzten durch. Es werde weitere solcher Anschläge geben, hieß es. Der Hamas-Sprecher Fausi Barhum nannte den Angriff in einem Radiosender der Hamas einen "Sieg Allahs". "Der Widerstand ist legitim für die Palästinenser, um sich selbst zu verteidigen und um ihre Rechte wiederherzustellen", so Barhum.

Israel macht die Hamas für den Anschlag verantwortlich, weil sie die Kontrolle über das Gebiet hat. Premierminister Ehdu Olmert, Verteidigungsminister Ehud Barak, Außenministerin Zipi Livni und Generalstabschef Gabi Aschkenasi trafen sich am frühen Dienstagmorgen, um Reaktionen Israels auf den Angriff zu diskutieren. Laut einem Bericht der "Jerusalem Post" flogen israelische Kampfflugzeuge am Dienstagmorgen Angriffe im nördlichen Gazastreifen. Dabei sollen vier Palästinenser verletzt worden sein.

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