Kampfeinheit für Haredim

JERUSALEM (inn) - Ab diesem Herbst wird es erstmals eine Kampfeinheit bei der israelischen Armee geben, der nur ultra-orthodoxe Juden angehören. Die Männer sollen neben dem Training genügend Zeit für ihre religiösen Studien erhalten.

Es wird davon ausgegangen, dass sich rund 60 ultra-orthodoxe Juden, in Israel Haredim genannt, bei der Kampfeinheit der Artillerie melden. Die Trainingsbedingungen wurden zwischen dem Verteidigungsministerium und Leitern von Talmudschulen ausgehandelt. Letztere hatten es ihren Schülern gestattet, am Wehrdienst teilzunehmen.

Die Haredim werden in einem speziellen Gebiet auf dem Übungsgelände des Stützpunktes Schivta im Negev trainieren. Mehrere Rabbiner hatten die Basis vor Kurzem besucht, um die Umstände dort zu überprüfen. Die Rekruten erhalten neben speziellen Lebensmitteln vor allem Zeit für Gebete und religiöse Studien. Sie werden nur von Männern trainiert. Nach ihrer Ausbildung sollen sie im Golan stationiert werden.

Ultra-orthodoxe Juden sind normalerweise vom Wehrdienst befreit, damit sich die Männer ganz dem Studium der Torah widmen können. Die Regierung ist jedoch darum bemüht, die Haredim stärker in den Militärdienst einzubinden. Im vergangenen Jahr meldeten sich mehr als 3.000 ultra-orthodoxe Juden bei der Armee. Die meisten von ihnen sind in den Bereichen Verwaltung, Datenfernverarbeitung, bei der Luftwaffe oder beim Militärgeheimdienst tätig. Im Jahr 1999 wurde bei der Armee das Bataillon "Haredi Nahal" eingerichtet, das speziell auf die Bedürfnisse religiöser Juden abgestimmt ist.

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