KYOTO (inn) – Der jordanische Prinz Hassan Bin Talal hat die arabischen Führer wegen ihrer Kriegsführung gegen Israel scharf kritisiert. Sie verschwendeten dafür Geld, das dem arabischen Volk zustehe, sagte er bei einer internationalen Konferenz im japanischen Kyoto.
„Die arabischen Führer haben dem arabischen Volk Milliarden von Dollar gestohlen und sie für Waffen ausgegeben, um Israel zu bekämpfen, das sie niemals besiegen werden“, sagte Prinz Hassan. Das täten sie, „anstatt das Geld für Zwecke der Gesundheit und der Bildung zu verwenden, um ihrem Volk zu helfen“.
Der jordanische Prinz griff auch das iranische Atomprogramm an. Es müsse sichergestellt werden, dass das Projekt nicht die Stufe von Nuklearwaffen erreiche, forderte er.
Veranstalter der Konferenz ist die internationale Organisation „Religions for Peace“ (Religionen für den Frieden). Mehr als 800 religiöse Führer sind dafür nach Kyoto gereist. Unter den Teilnehmern ist auch der frühere iranische Präsident Mohammed Chatami, berichtete die Tageszeitung „Jediot Aharonot“ am Dienstag. Zudem sind Vertreter aus Israel, dem Irak, dem Sudan und Nordkorea dabei. Die Konferenz will einen ethischen Code formulieren, der in Fällen von gewaltsamen Konflikten zur Anwendung kommen soll.
Rabbi David Rosen aus Israel traf im Rahmen der Veranstaltung kurz mit Chatami zusammen. Dieser sei „äußerst höflich gewesen“, sagte er nach der Begegnung. „Er hat mir die Hand geschüttelt und Israel in seiner Ansprache überhaupt nicht erwähnt.“
In den kommenden Tagen soll es Debatten zwischen israelischen Rabbinern und religiösen Vertretern aus den Palästinensergebieten geben. Sie wollen einen Mechanismus einrichten, der eine Zusammenarbeit zwischen religiösen Führern ermöglicht. Die palästinensische Delegation wird angeführt von Tajer Tamimi, dem Vorsitzenden des Scharia-Gerichtes, und vom katholischen Patriarchen Michel Sabbah.