Jugendprojekt: Teenager fangen Schwarzarbeiter

MODI´IN (inn) - Jugendliche im Raum Modi´in können seit einer Weile ehrenamtlich bei der Grenzpolizei mitarbeiten. Sie lernen dabei auch militärische Fertigkeiten.

Mehrere Dutzend Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren nehmen bereits an dem Projekt teil, berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz". Die Initiative wird vom israelischen Sicherheitsministerium und der Regionalverwaltung von Modi´in finanziert, das Bildungsministerium ist nicht involviert.

Zu den Aufgaben der Freiwilligen gehört es, mit erfahrenen Beamten auf Patrouille zu gehen und Schwarzarbeiter sowie illegale Einwanderer aufzuspüren, darunter auch Palästinenser. Um sich für den Dienst zu qualifizieren, ist das Einverständnis beider Elternteile sowie eine Tauglichkeitsbescheinigung eines Arztes erforderlich. Bevor sie zum Dienst zugelassen werden, lernen die Jugendlichen in mehrtägigen Workshops unter anderem auch den Umgang mit Schusswaffen.

Teilnehmer: Froh, etwas Sinnvolles beizutragen

"Die Arbeit vermittelt mir Werte, und ich liebe die Action", sagte Reut, ein Schüler und Teilnehmer des Projekts, dem Reporter von "Ha´aretz". Eran, ein anderer Freiwilliger, ist stolz darauf, zur Sicherheit in seiner Heimat beizutragen. Er beschreibt die Arbeit so: "Einmal haben wir Illegale auf einer Baustelle gefunden. Wir haben ihre Papiere überprüft und unserem Teamleiter übergeben." Ein weiterer Teilnehmer ergänzt: "Wir behandeln die Verdächtigen vorsichtig, so wie es uns beigebracht wurde."  

"Das Projekt soll Jugendliche beschäftigen, die Grenzpolizei unterstützen, den Anteil Ehrenamtlicher an der Bevölkerung steigern und die Kameradschaft unter den Teenagern stärken", lobte Jossi Elimelch, Chef der Regionalverwaltung von Modi´in. Nir Michaeli, Chef des Instituts für Bildung an der Tel Aviver Kibbutzim-Universität, sieht das Projekt hingegen kritisch: "Es ist traurig, dass diesen Jugendlichen militärische Prinzipien beigebracht werden, anstatt sie eine gewisse Balance zu lehren, die ihnen beim späteren Militärdienst behilflich sein würde."

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