Jugendlicher wegen Angriffen auf Palästinenser schuldig gesprochen

Wegen besonders verwerflicher Angriffe auf Palästinenser hat ein israelisches Gericht einen Jugendlichen aus einer Siedlung schuldig gesprochen. Das Strafmaß wird im Juni erwartet.
Dem verurteilten Jugendlichen wird auch zur Last gelegt, mit Graffiti Angst und Schrecken verbreitet zu haben (Symbolbild)
Dem verurteilten Jugendlichen wird auch zur Last gelegt, mit Graffiti Angst und Schrecken verbreitet zu haben (Symbolbild)

LOD (inn) – Das Bezirksgericht Lod hat einen israelischen Jugendlichen wegen Übergriffen auf Palästinenser verurteilt. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf eine Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft vom Dienstag. Der Jugendliche aus einer Siedlung gehörte nach Auffassung der Richter einer jüdischen Terrorzelle an, die in den Jahren 2013 bis 2016 Palästinenser und ihren Besitz attackiert hatten.

Der heute 19-Jährige wurde in 25 Anklagepunkten für schuldig befunden. Sein Name wurde nicht bekanntgegeben, da er zum Zeitpunkt der Taten minderjährig war. Aus Sicht der Strafverfolger waren seine Taten äußerst verwerflich. Daher musste er sich auch in einem eigenen Verfahren vor Gericht verantworten; eine Strafmilderung war dabei ausgeschlossen. Die Verkündigung des Strafmaßes wird im Juni erwartet. Die anderen Täter wurden bereits im März vergangenen Jahres verurteilt.

Schrecken als Ziel

Nach Auffassung der Richter war es das Ziel des Jugendlichen und seiner Mittäter, bei Palästinensern Angst und Schrecken zu verbreiten. So stahlen sie sich einmal im Dezember 2015 in das palästinsische Dorf Beitillu, zerbrachen die Scheibe eines Wohnhauses und schmissen Rauchgranaten hinein. In einem anderen Fall warfen sie Molotov-Cocktails in ein Haus, in dem Palästinenser schliefen.

Die Staatsanwälte Dan Cohen und Reut Aviri teilten nach dem Urteil mit, der Prozess zeige, dass die israelischen Behörden mit Entschiedenheit gegen Gewaltakte dieser Art vorgehen. Der Verteidiger des Jugendlichen kritisierte hingegen das Urteil: Sein Mandant sei nicht Mitglied einer Terror-Organisation gewesen. Er habe auch Reue gezeigt; in dem Verfahren sei es darum gegangen, ein Exempel zu statuieren.

Von: df

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