„Jüdischer Terror“: Anklage dank Kameras

JERUSALEM (inn) – Die israelische Polizei hat wegen „jüdischen Terrors“ Anklage gegen zwei 17-Jährige erhoben. Überwachungskameras führten die Ermittler auf die Spur der verdächtigen Israelis. Diese hatten rassistische Parolen verbreitet und Fahrzeuge von Arabern beschädigt.
Die Polizei hat zwei Jugendliche gefasst, die in der Jerusalemer Altstadt arabischen Besitz beschädigt hatten (Archivbild)

Der Anklageschrift zufolge haben die beiden Jugendlichen im Juni die Reifen zweier palästinensischer Autos durchstochen. Die Fahrzeuge parkten an der Gusch-Etzion-Kreuzung in Judäa. Zudem hätten sie einen Aufkleber mit der Aufschrift „Rache an den Arabern“ an einem der Wagen angebracht. Während der gesamten Zeit wurden sie von Überwachungskameras des israelischen Militärs gefilmt. Dies meldet der Radiosender „Galei Zahal“ auf seiner Website.
Drei Tage später begaben sich die Israelis laut Anklage nach Jerusalem. Im Osten der Stadt hätten sie die Reifen eines Traktors aufgeschlitzt, der einem israelischen Araber gehört. Auch dieser Vorfall wurde von Kameras festgehalten.
Nach Angaben der Polizei hat einer der beiden Beschuldigten im Verhör gestanden, mit seinem Kameraden die Taten begangen zu haben. Er gab außerdem zu, dass sie die Reifen arabischer Fahrzeuge in der Nähe der Klagemauer durchstochen hätten. Auch hätten sie die Worte „Tod den Arabern“ an die Wand einer Bäckerei in der Altstadt gesprüht.
Die Verdächtigen wohnen im Raum Jerusalem. Die Anklage gegen sie konnte dank der Überwachungskameras am Donnerstag beim Friedensgericht in der israelischen Hauptstadt eingereicht werden. Nach Einschätzung von „Galei Zahal“ ist dies ein bedeutender Erfolg für die zentrale Einheit der Polizei in Samaria und Judäa. Denn eine Anklage wegen jüdischen Terrors gelte als selten. Im vergangenen Jahr wurden etwa 70 Anklageschriften zu Übertretungen mit ideologischem Hintergrund eingereicht. Doch bei schwerwiegenden Delikten wie Brandstiftung an einer Moschee oder einer erheblichen Beschädigung palästinensischen Eigentums konnte noch kein Schuldiger gefasst werden.

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