Jüdisch-arabische Koexistenz

SCHFARAM (inn) – Arabische und jüdische Jugendliche haben in der arabischen Stadt Schfaram in Nordisrael am Samstag gemeinsam eine Synagoge renoviert. Sie wollen ein Zeichen für Koexistenz setzen.
Die Schlüssel für die Synagoge in Schfaram verwaltet eine arabische Familie.

Organisiert wurde die Aktion von regionalen Schulen und der Organisation „Schutafut-Scharakah“, die sich für Gleichberechtigung aller Bürger in Israel einsetzt.
Eine der Teilnehmerinnen sagte laut der Online-Zeitung „Times of Israel“, die Tatsache, dass sich die Einwohner von Schfaram in der Vergangenheit um die Synagoge gekümmert hätten, sei „ein Zeichen und ein Beispiel für Koexistenz zwischen unseren zwei Völkern“. „Jede Form von Gottesdiensten in der Stadt ist Teil unseres Erbes und kommt natürlich und vorbehaltlos daher.“

Die Initiatoren der Aktion forderten die israelische Regierung dazu auf, härter gegen sogenannte „Preisschild-Angriffe“ vorzugehen. Die gemeinsame Renovierung sei ihre Antwort auf die Versuche von Extremisten, die jüdisch-arabische Koexistenz im Land zu zerstören. Das Wort „Preisschild“ wird von einer kleinen Randgruppe jüdischer Extremisten verwendet, die nicht mit der israelischen Politik einverstanden ist. Sie will damit verdeutlichen, dass jeder Angriff auf sie oder ihre Siedlungen einen Preis hat. Arabische Bürger und ihr Eigentum, Moscheen, Kirchen sowie selbst Soldaten und Einrichtungen der Armee waren bereits Ziele dieser Übergriffe.

Synagogenschlüssel in arabischer Hand

Die Synagoge in Schfaram stammt aus dem 18. Jahrhundert. Im Jahr 1970 verließen die letzten Juden die Stadt. Der Verfall der Synagoge nahm seinen Lauf, Renovierungen gab es in den Jahren 1988 und 2006. Die Schlüssel für das Gebäude hat seitdem die arabische Familie Dschafari, die gegenüber lebt. Sie öffnet Besuchern die Türen zu dem Gotteshaus.

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