Jordanische Regierung übersteht Misstrauensvotum

AMMAN (inn) – Das jordanische Parlament hat sich in einem Misstrauensvotum am Dienstag mit 81 zu 29 Stimmen für die Regierung ausgesprochen. Zuvor hatten Parlamentarier kritisiert, Premier Abdullah Nsur gehe im Fall des durch israelische Soldaten getöteten jordanischen Richters nicht stark genug gegen Israel vor.
Argumentierte für Zusammenarbeit mit Israel: der jordanische Premier Abdullah Nsur.

Dem Misstrauensvotum, bei dem sich 20 Parlamentarier enthielten und weitere 20 abwesend waren, ging eine erhitzte Diskussion voraus. Nsur lehnte dabei die Forderung des Parlamentes ab, die jeweiligen Botschafter der Länder abzuziehen beziehungsweise auszuweisen, bevor Untersuchungsergebnisse zum Fall des getöteten Richters vorliegen. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf die jordanische Tageszeitung „Al-Rai“.
Nsur führte aus, dass ein solcher Schritt verschiedene Problem mit sich brächte. Zum einen gäbe er Israel die Möglichkeit, den Fall ohne jordanische Beteiligung zu untersuchen. Außerdem erschwerte er die Gespräche über jordanische Gefangene in israelischen Gefängnissen. Israel könnte in dem Abzug der Botschafter zudem einen Grund sehen, einseitig bezüglich Ostjerusalem und der religiösen Stätten zu handeln.
Israelische Soldaten hatten am 10. März am Grenzübergang Allenby den jordanischen Richter Ra‘ed Alladine Su‘eiter erschossen (Israelnetz berichtete). Nach Angaben der israelischen Armee wollte dieser die Waffe eines Soldaten ergreifen und habe „Allah ist am größten“ gerufen. Der Vorfall löste in Jordanien Aufruhr auf der Straße und Empörung unter Politikern aus.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen