Jordanier und Palästinenser zu Gast in der Knesset

JERUSALEM (inn) - Palästinensische und jordanische Mitglieder der Umweltorganisation "Friends of the Earth Middle East" (FoEME) waren am Dienstag zu Gast in der Knesset. Anlässlich des Umweltschutztages des israelischen Parlamentes nahmen sie an einer Sitzung teil und trafen sich mit israelischen Abgeordneten und Regierungsvertretern. Hauptthema war die Wasserversorgung in der Region.

Zur FoEME-Delegation gehörten neben Israelis elf Palästinenser und elf Jordanier. Sie bezeichnete sich als "grenzüberschreitende Interessenvertretung für Parlamentarier". "Es hat noch nie eine Delegation wie diese gegeben, von israelischen, palästinensischen und jordanischen Bürgern, die bei Umweltthemen zusammenarbeiten, die in die Knesset gekommen ist", sagte FoEME-Direktor Gidon Bromberg vor dem Treffen gegenüber der Tageszeitung "Jerusalem Post". Zahlreiche Knesset-Lobbyisten hätten ihm zuvor gesagt, es sei unmöglich, Palästinenser und Jordanier in das israelische Parlament zu bringen. Alle Abgeordneten seien erstaunt über die Delegation, so Bromberg weiter. Er betonte: "Wir sind mit einer klaren Botschaft gekommen: Mit dem derzeitigen Mechanismus für die Nutzung unserer geteilten Wasserressourcen schießen wir uns ein Eigentor." Er warf Israel vor, den Palästinensern nicht genügend Wasser zur Verfügung zu stellen.

Die Vertreter der Umweltschutzorganisation trafen sich in kleinen Gruppen separat mit verschiedenen Abgeordneten, darunter mit Oppositionsführerin Zippi Livni (Kadima), Knessetsprecher Reuven Rivlin (Likud) und Israels Umweltminister Gilad Erdan (Likud). Auf diesen Treffen präsentierten sie einen 55-seitigen Vorschlag von FoEME zur gemeinsamen Nutzung der Wasserressourcen durch Israelis, Jordanier und Palästinenser. Bromberg äußerte die Hoffnung, dass die Abgeordneten nach diesem Plan das Thema Wasser nicht länger als "Spielkarte" benutzen und es von politischen Angelegenheit trennen.

An dem gestrigen Umweltschutztag der Knesset beschäftigten sich die Abgeordneten zudem mit dem Status israelischer Umweltschutzorganisationen und mit Themen wie Solarenergie, Wasserverschmutzung, Abwasser und Handy-Strahlung.

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