Jom HaShoah 5762 – Holocaustgedenktag 2002

Am Dienstagabend ist in Israel mit dem Sonnenuntergang der Holocaustgedenktag zuende gegangen. Israel gedachte der mehr als sechs Millionen Opfer der „Shoah“, wie die Judenvernichtung des nationalsozialistischen Terrorregimes im Hebräischen genannt wird. Dabei wurden auch diejenigen nicht vergessen, die ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, um Juden zu retten, oder den Nazis Widerstand zu leisten.

Der Gedenktag wurde am Montagabend um 20.00 Uhr mit einer offiziellen Feier in der Holocaustgedenkstätte Jad VaShem in Jerusalem eröffnet. Daran nahmen der Staatspräsident Israels, Moshe Katzav, und der israelische Premierminister Ariel Sharon teil. Sechs Holocaustüberlebende, die ein neues Leben in Israel aufgebaut haben, entzündeten die traditionellen sechs Fackeln.

Vergnügungsstätten, Restaurants und Cafes blieben an diesem Abend in ganz Israel geschlossen. Radio- und Fernsehprogramme waren ganz auf den Jom HaShoah eingestellt. Am Dienstagvormittag ertönten zwei Minuten lang im ganzen Land die Sirenen, alle Aktivitäten standen in dieser Zeit still.

Die Gedenkfeiern im ganzen Land standen in diesem Jahr unter dem Motto „Ihre letzte Stimme: Briefe und Testamente von Juden im Holocaust“. Wie in jedem Jahr wurden in Jad VaShem die Namen von ermordeten Juden verlesen. Im vergangenen Jahr hatte Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer die Namen von marrokanischen Juden verlesen, die von den Deutschen nach Polen in die Vernichtungslager verschleppt worden waren.

Beginnend mit dem Holocaustgedenktag findet in der „Internationalen Schule für Holocauststudien“ in Jad VaShem vom 8. bis zum 12. April 2002 eine Konferenz unter dem Thema „Das Vermächtnis der Holocaustüberlebenden“ statt.

Arabern in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten bezeichnen den Holocaust vielfach bis heute als „zionistische Übertreibung“. Manche arabische Israelis haben in den vergangenen Jahren bewußt die öffentlichen Gedenkminuten im jüdischen Staat boykottiert.

In Polen findet seit 14 Jahren jedes Jahr zum „Jom HaShoah“ der „Marsch der Lebenden“ statt. Tausende von Jugendlichen, Juden aus aller Welt, gehen den Weg vom ehemaligen KZ Birkenau zum Vernichtungslager Auschwitz, den im zweiten Weltkrieg 250.000 Juden auf den sogenannten „Todesmärschen“ gegangen sind. Dabei wird laut verkündet: „Am Jisrael Chai! – Das Volk Israel lebt!“

Wegen der Nahostkrise haben ungefähr die Hälfte der jüdischen Jugendlichen, die am „Marsch der Lebenden“ teilnahmen, nicht wie in den Jahren zuvor Israel besucht. Dort hatten sie bisher den eine Woche später folgenden Unabhängigkeitstag des jüdischen Staates miterlebt. Die Organisatoren des Marsches teilten mit, daß die meisten Absagen der Reise nach Israel nach dem verheerenden Anschlag auf das Park Hotel in Netanja am Sederabend erfolgt seien.

Folgende Webseiten befassen sich mit der Shoah:

Yad Vashem – Jerusalem
http://www.yadvashem.org.il
The Simon Wiesenthal Center
http://www.wiesenthal.com
A Teacher’s Guide to the Holocaust (USF)
http://fcit.coedu.usf.edu/Holocaust/
Holocaust Teacher Resource Center (TRC)
http://www.Holocaust-trc.org/
AMCHA – Israeli Centers for Holocaust Survivors and the Second Generation
http://www.amcha.org
The Centre of Organizations of Holocaust Survivors in Israel
http://www.survivors-holocaust.org/
The United States Holocaust Memorial Museum
http://www.ushmm.org/

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