Jeder zweite Israeli ist für Umsiedlung der Palästinenser

JERUSALEM (inn) – Angesichts der anhaltenden Gewalt im Heiligen Land sehen nicht nur politisch rechtsgerichtete Israelis eine räumliche Trennung der Völker als einzigen Ausweg aus der Misere.

Einer Umfrage des Jaffee-Centers für Strategische Studien zufolge, stimmt fast jeder zweite Israeli (46 Prozent) der sogenannten Transferstrategie zu, die eine Umsiedlung der palästinensischen Bevölkerung aus Judäa, Samaria und Gaza nach Jordanien und Ägypten vorsieht.

Zudem befürworteten 31 Prozent der Befragten einen Transfer der israelischen Araber. Bereits 1991 hatten sich 38 Prozent der Israelis für eine Umsiedlung der Palästinenser und 24 Prozent für eine Umsiedlung der israelischen Araber ausgesprochen. Für 61 Prozent der Israelis stellen die in Israel lebenden Araber eine Bedrohung dar.

Auch das Oslo-Abkommen hat deutlich an Unterstützung verloren. Nur 35 Prozent der Befragten stehen hinter dem Abkommen. Im vergangenen Jahr waren es noch 58 Prozent.

Der Umfrage zufolge, unterstützten 49 Prozent der israelischen Bevölkerung die Gründung eines Palästinenserstaates. Das sind Acht Prozent weniger als im Vorjahr.

Ferner haben sich ebenfalls 49 Prozent für eine Räumung der jüdischen Ortschaften in Yesha (Judäa, Samaria und Gaza) ausgesprochen. Im Jahr 2001 waren es sechs Prozent mehr.

Für die Umfrage wurden 1.264 jüdische Israelis befragt.

Die Transfer-Politik wurde von dem im Oktober 2001 ermordeten Tourismusminister Rehavam Ze´evi in die Diskussion gebracht. Seine Partei, Moledet (Heimatland), vertritt eine Politik des „freiwilligen Transfers“. Demnach sollten sich Palästinenser bei einzurichtenden Auswanderungsstellen melden und eine Umsiedlung beantragen.

Die Transferpolitik gilt als höchst umstritten. Während der Balkankriege der 90er Jahre bezeichneten Medien und Menschenrechtsgruppen den vor allem von serbischer Seite propagierten, erzwungenen Bevölkerungsaustausch als „Ethnische Säuberung“. Es gibt jedoch Beispiele aus der Geschichte, in denen es zu „völkerrechtlich sanktionierten“ Umsiedlungsaktionen kam.

Im sogenannten „Vertrag von Lausanne“ wurde 1922 – auch durch britischen Druck – die Umsiedlung von 1,5 Millionen Griechisch-Orthodoxen aus der Türkei sanktioniert. Sie wurden in Nordgriechenland angesiedelt. Gleichzeitig verließen 500.000 Muslime – unter ihnen Türken, Albaner, Pomaken und Roma – Nordgriechenland.

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