Israels Wissenschaftsminister: „PID ist eine Chance“

JERUSALEM (inn) - Der Mensch sollte in der Präimplantationsdiagnostik (PID) eine Chance sehen und den damit verbundenen diagnostischen Möglichkeiten mit Offenheit begegnen. Diese Ansicht äußerte Israels Wissenschaftsminister Daniel Herschkowitz in einem am Montag veröffentlichten Interview der Online-Ausgabe der FAZ.

Herschkowitz stellte sich in dem Gespräch Fragen rund um die Reproduktionsmedizin. Dabei wies er darauf hin, dass die jüdische Religion eine große Aufgeschlossenheit gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen erlaube. "Religion bremst bei uns prinzipiell nicht die wissenschaftliche Kreativität", so Herschkowitz. Er betonte: Allerdings wolle man nicht Gott spielen.

In dem Gespräch verwies die FAZ darauf, dass in Israel per PID die Auswahl zwischen Junge oder Mädchen erlaubt ist, wenn es in einer Familie schon vier Kinder gleichen Geschlechtes gibt. Laut Herschkowitz seien dies Ausnahmefälle. Bis Mai 2011 habe es 337 Anträge dieser Art gegeben. 27 davon sei stattgegeben, 111 seien abgelehnt worden. Die restlichen Anfragen seien noch nicht entschieden oder zurückgezogen worden.

Eine große Akzeptanz gebe es vor allem bei der Verhinderung von Erbkrankheiten, so Herschkowitz. Gerade bei orthodoxen Juden sei es nicht ungewöhnlich, vor einer Heirat anhand einer Blutprobe abzuklären, ob ein hohes Risiko für Erbkrankheiten bei den Kindern besteht. Schwangerschaftsabbrüche würden von orthodoxen Juden abgelehnt, die PID werde von ihnen jedoch genau so häufig angewendet, wie von anderen Israelis.

Das vollständige Interview der FAZ ist hier zu lesen.

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