Israels Präsident Katzav: “Europäer haben Arafat zum Terror ermutigt”

JERUSALEM / HAMBURG (inn) – Israels Staatspräsident Moshe Katzav hat der Europäischen Union (EU) in der Beurteilung des Nahost-Konfliktes ein unerträgliches Maß an Heuchelei vorgeworfen – mit ihrer Unterstützung Arafats haben die Europäer den Terrorismus ermutigt.

Der “Bild”-Zeitung (Hamburg) sagte Katzav, der Westen schweige vor allem zu palästinensischen Gewalttaten und Terroraktivitäten. “Die Palästinenser benutzen zum Beispiel Ambulanzwagen, um Waffen und Terroristen zu schmuggeln – und der Westen schaut schweigend zu. Das nenne ich Heuchelei. Die Palästinenser brechen in die Geburtskirche von Bethlehem ein und zerstören vieles, was Christen in aller Welt heilig ist – aber der Westen verurteilt Israel und klagt, warum wir diese Leute nicht in Frieden ziehen lassen. Das nenne ich Doppelmoral”, sagte der 56jährige Katzav.

Israels Ziel sei es jedoch nicht, Unschuldige zu töten, sondern das Blutvergießen und den Terrorismus zu beenden. “Niemand darf uns unser selbstverständliches Recht auf Selbstverteidigung streitig machen. Und die freie Welt und insbesondere die Europäer sollten uns dabei unterstützen und sich nicht auf die Seite Arafats stellen.”

Die anhaltende Gewalt der Palästinenser gegen israelische Zivilisten und Soldaten sei auch für das palästinensische Volk “ein großes Unglück”. “Irgendwann werden sich die Palästinenser fragen müssen, was ihnen der Terror gegen unser Land gebracht hat. Und die Antwort wird lauten: Null, gar nichts! Der Ruf Yasser Arafats in der Welt ist ruiniert, das palästinensische Volk versinkt in Armut”, sagte Katzav. Zudem habe auch die arabische Welt mittlerweile erkannt, daß Arafat eine Gefahr für die Stabilität der gesamten Region sei.

Das Interview führte “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann.

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