Israelisches Konzept hilft Migranten

BERLIN / JERUSALEM (inn) – Ein Förderprogramm aus Israel hilft Migranten in Deutschland bei der Integration. Das Konzept HIPPY ist vor über 30 Jahren in dem jüdischen Staat entwickelt worden und wird inzwischen in vielen Ländern erfolgreich eingesetzt.

“Home Instruction for Preschool Youngsters” (HIPPY) ist ein Hausbesuchsprogramm für Eltern mit Vorschulkindern, heißt es in der Wochenzeitung “Die Zeit”. Das Konzept funktioniert folgendermaßen: Zwei Jahre lang werden Migrantinnen mit Kindern von anderen Frauen aufgesucht, die als so genannte Hausbesucherinnen arbeiten. Die Frauen wurden ausgebildet und unterstützen Mütter, mit ihren Kindern in deutscher Sprache zu spielen, zu basteln oder Geschichten zu erzählen. Die Hausbesucherinnen haben selbst das HIPPY-Programm durchlaufen. Sie stammen zudem aus demselben Kulturkreis wie die Frauen, denen sie helfen und sind vertraut mit deren Sprache und Werten. Sie kennen auch die Probleme, die eine Migration mit sich bringt.

“Das Material liefert mir Ideen für Spiele mit meinem Sohn – auf Deutsch”, lobte Nuradiye, eine türkische Migrantin, das HIPPY-Programm gegenüber der “Zeit”.

Israelische Wissenschaftler von der Hebräischen Universität in Jerusalem hatten das Konzept HIPPY in den 70er Jahren in ganz Israel verbreitet. Laut der “Zeit” kommt das Programm im Heiligen Land derzeit in 2.500 Familien zum Einsatz.

In den 80er Jahren ist HIPPY weltweit bekannt geworden, nachdem Bill und Hillary Clinton das Programm kennen lernten. Bill Clinton förderte das Projekt im US-Staat Arkansas, dessen Gouverneur er damals war. So wurde HIPPY in ganz Amerika bekannt. Hillary Clinton setzt sich bis heute ehrenamtlich für das Förderprojekt ein, heißt es in der “Zeit” weiter. Das Förderprogramm für Migranten wird mittlerweile in Holland, Kanada, Neuseeland, Australien, Südafrika und den USA angewandt. Regionale und nationale Koordinatoren überprüfen und entwickeln es regelmäßig weiter.

HIPPY vermittelt den Teilnehmern auch theoretisches Wissen wie etwa Erkenntnisse über Sprachverständnis, Sprachbewusstsein, gewaltfreie Erziehung oder über die Entwicklung von Kindern. In Deutschland nehmen laut der “Zeit” nunmehr fast 1.000 Familien an dem Förderprogramm teil.

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