Israelisches Außenministerium kritisiert Maas

Zum 90. Geburtstag von Anne Frank veröffentlicht Bundesaußenminister Maas einen Tweet. Doch der stößt in Israel auf Kritik, weil er verallgemeinere.
Hat aus israelischer Sicht zu sehr verallgemeinert: der deutsche Außenminister Maas (Archivbild)

Foto: Thomas Imo/photothek.net

Hat aus israelischer Sicht zu sehr verallgemeinert: der deutsche Außenminister Maas (Archivbild)

JERUSALEM / BERLIN (inn) – Das israelische Außenministerium hat einen Twitter-Kommentar von Bundesaußenminister Heiko Maas zu Anne Frank scharf kritisiert. Der SPD-Politiker hatte sich anlässlich des 90. Geburtstags des Holocaust-Opfers geäußert: „#AnneFrank wäre heute 90 geworden. Ihr Tagebuch ist relevanter als jemals zuvor als Warnung vor Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung und als Symbol der Menschlichkeit“, schrieb er am Mittwoch auf Englisch. „Wir können von ihr lernen.“

Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Emmanuel Nahschon, störte sich daran, dass ein Bezug auf den Holocaust fehlte. Er antwortete auf Twitter: „Anne Franks Tagebuch ist KEINE Warnung wegen pseudo-universaler Wischi-Waschi-Werte! Anne Franks Vermächtnis ist eine Warnung vor dem Hass gegen und der Verfolgung von JUDEN. Der Versuch, ‚die Lektionen der Scho’ah zu universalisieren‘, ist nichts weniger als eine unehrliche Neuschreibung der Geschichte.“

Anne Frank kam am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main zur Welt. Ihre Familie floh vor den Nationalsozialisten in die Niederlande. Dort schrieb sie ihr berühmtes Tagebuch, das auch die Zeit schildert, in der die Franks in einem Hinterhaus versteckt waren. Doch die Familie wurde verraten und deportiert. Anne starb Anfang 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Sie wurde 15 Jahre alt.

Von: eh

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