Israelischer Wissenschaftler will Menschen am Geruch unterscheiden

TEL AVIV (inn) - Der israelische Wissenschaftler Michael Gozin will ein Testverfahren entwickeln, das Menschen anhand ihres Geruchs unterscheiden kann. Das Verfahren könnte den aufwendigen DNA-Test in vielen Fällen überflüssig machen - doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

„Hunde und andere Tiere können Menschen ganz leicht unterscheiden, indem sie sich am jeweiligen Geruch orientieren. Manche Tiere können uns so finden, wohin wir auch gehen“, erläutert Gozin die Entstehung seiner Idee in der „Jerusalem Post“. „Alle Menschen schwitzen ja, also haben wir gedacht: Warum versuchen wir nicht, den Schweiß zu benutzen, um Menschen zu identfizieren?“

Die Forschungen sind aufwendig: Der menschliche Schweiß besteht aus einer Vielzahl von Elementen. Nur wenige davon sind für die menschliche Nase überhaupt wahrnehmbar. Der Wissenschaftler konzentriert sich bei seinen Versuchen auf solche Inhaltsstoffe, die auch dann noch zu finden sind, wenn der Geruch der Person bereits verflogen ist. Das sind insbesondere Stoffe, die aus schweren, weil komplexen Molekülen bestehen – beispielsweise Proteine.

„Diese schwereren Moleküle bleiben auf der Haut oder auf der Oberfläche eines Tisches zurück, wenn man ihn berührt“, erläutert Gozin. Einem bestimmten Menschen seien diese Spuren dadurch zuzuordnen, dass sich die Zusammensetzung bei den einzelnen Individuen unterscheidet. „Manche Stoffe wird man in vergleichbarer Menge bei allen Menschen finden“, vermutet er. „Aber, wie bei einem Fingerabdruck oder der DNA, ist die Zusammensetzung der weiteren Stoffe individuell einzigartig“, glaubt der Experte.

Fingerabdrücke und DNA-Tests bald überflüssig?

Erste Ergebnisse seiner Forschungen hofft er noch in diesem Jahr präsentieren zu können. Gozin will ein Testverfahren entwickeln, mit dem Proben innerhalb kürzester Zeit analysiert und zugeordnet werden können. Für seine Forschungen nutzt er ein hochempfindliches Spectrophotometer, das die Verteidigungsministerien der USA und Israels zur Verfügung gestellt haben.

Die möglichen Anwendungen sind vielfältig. Eine davon ist die Verbrechensbekämpfung. Wenn keine Fingerspuren zu finden oder diese verwischt sind, könnten die Schweißspuren noch eindeutig zuzuordnen sein. Auch ein DNA-Test könnte mithilfe dieses Verfahrens in vielen Fällen überflüssig werden, da dieses wesentlich unaufwendiger wäre. Zudem könnte Gozins Methode in der Medizin oder beim Aufspüren vermisster Personen zum Einsatz kommen.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, wie der Wissenschaftler zugibt. „Der erste Schritt zum Erfolg wird es sein, dass das System männlichen vom weiblichen Geruch unterscheiden kann.“

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