Israelischer Araber wegen Hisbollah-Spionage vor Gericht

HAIFA (inn) – Ein israelischer Araber hat offenbar Informationen über Staatspräsident Schimon Peres für die Hisbollah-Miliz gesammelt. Nun muss er sich vor dem Bezirksgericht Haifa verantworten.
Aus der nordisraelischen Ortschaft Madschd al-Kurum stammt ein Araber, der für die Hisbollah spioniert haben soll.

Am Donnerstag wurde gegen den 26-jährigen Israeli Anklage erhoben. Sie lautet unter anderem auf Spionage, Kontakt zu einem ausländischen Agenten und Verschwörung zur Unterstützung des Feindes in Kriegszeiten. Wie die israelischen Sicherheitskräfte erst jetzt bekanntgaben, wurde der Verdächtige bereits Anfang September festgenommen. Dies berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.
Bei dem Verhafteten handelt es sich um den Lastwagenfahrer Milad Mohammed Chatib aus der nordisraelischen Ortschaft Madschd al-Kurum bei Karmiel. Der Anklageschrift zufolge traf er sich im Jahr 2007 in Dänemark mit dem Hisbollah-Aktivisten Borhan Chatib. An der Unterredung hätten weitere Vertreter teilgenommen. Thema seien die Raketenangriffe der schiitischen Miliz auf Israel im Zweiten Libanonkrieg gewesen. Auch der Vorschlag, eine Art Hisbollah-Organisation aus israelischen Arabern zu gründen, sei zur Sprache gekommen. Der Plan war, dass die Mitglieder Terroranschläge verüben sollten.
Der Verdächtige habe von der Hisbollah in Dänemark und in der Türkei die Anweisung erhalten, Geheimdienstinformationen zu sammeln. Für seine Dienste habe er 500 Dollar erhalten, heißt es weiter in der Anklageschrift. Er habe sich Kenntnisse über israelische Militärstützpunkte, Munition, Waffenlager sowie die Abfahrtszeiten von Armeefahrzeugen zwischen Stützpunkten und arabischen Städten angeeignet. Auch arabische Knessetabgeordnete waren demnach in Chatibs Visier, unter ihnen der Kadima-Politiker Ahmed Dabbah.
Im August dieses Jahres besuchte Staatspräsident Peres das Dorf Madschd al-Kurum. Der Verdächtige nutzte dies laut Anklage, um sich über Sicherheitsmaßnahmen zu informieren. Er habe die Anzahl der Wachleute und Fahrzeuge sowie die Autokennzeichen notiert.
Nach Angaben eines Polizeivertreters hat sich Chatib in einem Großteil der Anklagepunkte schuldig bekannt. Ein Schwager des Ortschaftsratsvorsitzenden von Madschd al-Kurum habe ihm geholfen, sei aber vom Vorwurf der Beteiligung an einem Verbrechen freigesprochen worden.

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