Israelische Forscher warnen vor sorglosem Umgang mit Zoom-Daten

Text- und Bilderkennungsprogramme werden immer leistungsfähiger. Damit steigt auch das Risiko des Missbrauchs. Israelische Forscher warnen daher, Bilder von Videokonferenzen einfach so ins Netz zu stellen.
Die Möglichkeit der Videokonferenzen nutzt auch der palästinensische Premier Schtajje

Foto: Dr. Mohammad Shtayyeh, Twitter

Die Möglichkeit der Videokonferenzen nutzt auch der palästinensische Premier Schtajje

BE’ER SCHEVA (inn) – In der Corona-Krise sind virtuelle Konferenzen mit Diensten wie Zoom, Google Meet oder Microsoft Teams angesagt. Viele posten nach einer Sitzung gerne auch Bildschirmfotos von der Galerie-Ansicht mit allen Teilnehmern in den Sozialen Medien. Datenforscher der Ben-Gurion-Universität im Negev warnen jedoch vor dieser Mode. Mithilfe der Bilder lassen sich demnach leicht Personendaten ermitteln, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Untersuchung.

Die Forscher nutzten für ihr Experiment frei verfügbare Text- und Bilderkennungsprogramme sowie Analysewerkzeuge für Social-Media-Dienste. Sie untersuchten 15.700 Galeriebilder mit 142.000 Teilnehmern. Dabei konnten sie etwa erkennen, wenn dieselbe Person an unterschiedlichen Konferenzen teilnahm. Sie analysierten außerdem das geschätzte Alter und das Geschlecht der Person. In zwei Drittel der Fälle erkannten die Textprogramme automatisch den richtigen Namen.

Maßnahmen für den Datenschutz

Für die Datenwissenschaftler Dima Kagan und Galit Fuhrmann Alpert steht aufgrund der Ergebnisse fest, „dass die Privatsphäre und die Sicherheit von Einzelpersonen und Unternehmen aufgrund der zur Schau gestellten Daten gefährdet sind“. Sie empfehlen daher, die Galeriebilder nicht zu posten. Nutzer sollten auch nicht ihre echten Namen angeben und am besten einen künstlichen Hintergrund verwenden anstatt den echten.

Den Organisatoren von Videokonferenzen empfehlen die Forscher weiter, die Konferenz-Programme mit einem Privatmodus zu erweitern. Damit ließen sich etwa die Bilder weichzeichnen. Die Person sei dann noch für die Teilnehmer erkennbar, aber nicht mehr für die Erkennungssoftware.

Von: df

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