Israelische Familie in deutschen kommunalen Kinos

BERLIN (inn) – Wegen der überaus positiven Resonanz auf die letztjährige Tournee präsentiert der Bundesverband kommunale Filmarbeit in Zusammenarbeit mit der Botschaft des Staates Israel von März bis Juli 2002 ein zweites Programm mit preisgekrönten israelischen Filmen.

In über 20 Kommunalen Kinos wird es bundesweit zu sehen sein. Die fünf aktuellen Spielfilme stehen für die Vielseitigkeit und Qualität der israelischen Filmkultur und bringen dem deutschen Publikum auf unvergleichliche Weise die israelische Realität näher.

Anders als die Medien in ihrer Darstellung Israels, die seit Herbst 2000 bestimmt ist von Schlägen und Gegenschlägen, von Terrorattentaten und Militäraktionen, zeichnen die Filme ein facettenreiches Bild. Sie spiegeln eine Haltung der Israelis wider, die sich durch die Geschichte des Landes zieht: den festen Willen, den Alltag nicht preiszugeben an die große (Welt-)Politik. Dabei sind sie weit davon entfernt, ein Idyll zu zaubern, das die Wirklichkeit verleugnet, und ignorieren nicht die Auswirkungen der gewalttätigen Auseinandersetzungen.

So thematisiert Eyal Halfon in Circus Palestina den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern in Form eines grotesken Dramas: Als eines Tages ein Zirkus aus Osteuropa in einem abgelegenen Dorf in der Westbank Halt macht, bricht der Löwe Schwejk aus. Der israelische Soldat Bleiberg, der kleine arabische Junge Fathi ‚Dayan‘ und die russische Löwenbändigerin Mariana jagen gemeinsam dem entflohenen Tier hinterher und werden dabei mit der ganzen Härte einer Realität konfrontiert, in der Menschen wegen einer falschen Flagge den Kopf verlieren und kein Verständnis haben für einen Löwen, der einen Ausflug macht.

Die Träume der Rockband „Genetic Code“ von einer großen Karriere werden in Eran Riklis‘ Vulcan Junction vom Trauma des Yom-Kippur-Krieges zunichte gemacht. In Yanas Freunde von Arik Kaplun, mehrfach ausgezeichnet auf den Filmfestivals von Jerusalem, Rom, Moskau und Karlovy Vary (Karlsbad), sind es die Scud-Raketen des Golfkrieges, die direkt Yanas Leben beeinflussen. Dass Kaplun eine russische Immigrantin in den Mittelpunkt stellt, ist kein Einzelfall: Das israelische Kino reflektiert in den letzten Jahren immer häufiger die Probleme der Einwanderer aus Osteuropa.

Die Filme

„Afula Express“ Regie: Julie Shles
„Vulcan Junction“ Regie: Eran Riklis
„Circus Palästina“ Regie und Drehbuch: Eyal Halfon
„Yanas Freunde“ Regie: Arik Kaplun
„Grenzenloses Glück“ Regie und Drehbuch: Igal Bursztyn

Kinos und Termine

Filmkunsthaus Babylon, Berlin • 2. – 7. März
Kino Arsenal, Berlin • 4. – 10. März
Kommunales Kino Esslingen • 17. / 24. / 31. März, 7. / 14. April
Off Broadway, Köln • 20. März
Fabrikkino 2, Neustrelitz • 28. – 30. März, 11. – 13. April
ZOOM-Kino, Brühl • 4. – 9. April
Kommunales Kino Lübeck • 13. – 17. April
Cinema Quadrat, Mannheim • 18. – 24. April
Kommunales Kino Nato, Leipzig • 29. – 30. April, 1. + 2. Mai
Volkshochschule Köln • 6. / 13. / 16. / 23. Mai
Kommunales Kino der VHS Leverkusen • 6. + 7. Mai
CinéMayence, Mainz • 16. – 22. Mai

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen