Israelis und Palästinenser feiern Palmsonntag

JERUSALEM / BETHLEHEM (inn) – Mit Prozessionen und Gottesdiensten haben israelische und palästinensische Christen den Palmsonntag gefeiert. Hanan Aschrawi, die führende Vertreterin der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), beklagte, dass viele Einreiseanträge abgelehnt worden seien. Dem widersprach das israelische Militär.
An der Palmsonntagsprozession vom Jerusalemer Ölberg in die Altstadt nehmen jedes Jahr auch viele Pilger und Touristen teil.

Tausende Christen nahmen an der traditionellen Palmsonntagsprozession vom Jerusalemer Ölberg in die Altstadt teil und versammelten sich an der Grabeskirche, um des Einzugs Jesu in die Stadt vor rund 2.000 Jahren zu gedenken. Viele von ihnen hätten Palmzweige getragen, berichtet die israelische Tageszeitung „Ha‘aretz“.
In Bethlehem nahmen größtenteils palästinensische Christen an den Feierlichkeiten in der Geburtskirche Jesu teil. In den vergangenen Jahren seien immer mehr Palästinenser aus christlichen Gemeinden des Gazastreifens und des Westjordanlandes zu Palmsonntag nach Bethlehem gereist, berichtet „Ha‘aretz“. Viele der palästinensischen Christen hätten außerdem Fahnen ihres Landes geschwungen und Plakate getragen. Die Transparente sollten auf die Schwierigkeiten aufmerksam machen, mit denen palästinensische Christen zu kämpfen haben, wenn sie zu religiösen Feierlichkeiten in die Hauptstadt Jerusalem reisen wollen.

Probleme bei der Einreise

Auch die PLO-Vertreterin Aschrawi beklagte, dass nur 30 bis 40 Prozent der Reiseanträge nach Jerusalem zu den Palmsonntagsfeierlichkeiten stattgegeben worden sei, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma‘an“. Viele palästinensische Christen hätten dadurch keine Möglichkeit, an Gottesdiensten und Prozessionen teilzunehmen. Der Osten Jerusalems sei besetztes palästinensisches Gebiet und die Freiheit der Religionsausübung sei ein grundlegendes Menschenrecht für Christen und Muslime, sagte Aschrawi. Dieses Recht werde systematisch von der israelischen Besatzung unterdrückt. „Es sollte nicht einmal die Frage nach einer benötigten Erlaubnis gestellt werden, um seine eigene Stadt zu besuchen“, beschwerte sich die PLO-Vertreterin. Dass so viele christliche Gemeinden von ihrem Recht auf freie Religionsausübung in ihrer eigenen Stadt keinen Gebrauch machen könnten, sei inakzeptabel.
Aschrawi forderte die Pilger und Touristen in Jerusalem auf, ihre „palästinensischen christlichen Geschwister“ zu repräsentieren, die nur ein paar Kilometer entfernt lebten und gewaltsam von einer Teilnahme an dem Ereignis abgehalten würden. Insgesamt leben etwa 50.000 Christen im palästinensischen Gebiet – eine Minderheit im Vergleich zur großen Anzahl an Muslimen. Um an religiösen Zeremonien in Israel teilzunehmen, müssen palästinensische Christen eine Erlaubnis des israelischen Militärs einholen.

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