Israelis und Palästinenser entwickeln virtuellen PC

JERUSALEM / RAMALLAH (inn) - Derzeit gibt es viele Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern und die israelische Wirtschaft lahmt. Dass es auch anders sein kann, zeigt folgendes Beispiel: Eine Firma mit Sitz in Israel und im Westjordanland hat einen virtuellen Computer namens "G.ho.st" entwickelt.

Bei „G.ho.st“ handelt es sich um einen Computer, der komplett im Internet aufrufbar ist. Um ihn zu bedienen, muss der Benutzer eine Webseite besuchen und kann dann auf den virtuellen Rechner zugreifen. „Seine Oberfläche sieht aus wie der Desktop eines gewöhnlichen Betriebssystems mit Papierkorb, Ordnern und einer Festplatte, auf der man bis zu fünf Gigabyte Daten speichern kann“, so „heute“ in seiner Online-Ausgabe. Texte schreiben, E-Mails verschicken, Musik hören, Tabellen erstellen oder Spiele spielen ist möglich – allerdings langsamer als am heimischen Computer.

Zvi Schreiber, Gründer und Firmenchef von „G.ho.st“: „Wir wollen jedem Menschen eine kostenlose Rechnerumgebung bieten, die nicht an irgendwelche Hardware gebunden ist, sondern einzig und allein im Web existiert.“ Laut Experten gehöre solchen virtuellen Rechnern die Zukunft. Das Besondere daran ist jedoch nicht der virtuelle Rechner, wie ihn auch Google in Ansätzen bereits kostenlos anbietet, sondern die Tatsache, dass „G.ho.st“ ein israelisch-palästinensisches Gemeinschaftsunternehmen ist. Die Büros der Firma befinden sich in Israel und im Westjordanland.

Israelisch-palästinensische Zusammenarbeit ist möglich

Über vierzig Israelis und Palästinenser arbeiten trotz aller politischen Konflikte zusammen am „G.ho.st“-Projekt. Das israelische Büro des Unternehmens befindet sich in Modi´in, 20 Kilometer vom palästinensischen Büro in Ramallah im Westjordanland entfernt. Treffen können sich die Mitarbeiter trotzdem nur schwerlich, da die palästinensischen „G.ho.st“-Mitarbeiter eine Erlaubnis der israelischen Behörden brauchen, wenn sie nach Israel einreisen möchten.

Weil die Israelis palästinensische Städte aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht besuchen dürfen, bleibt ihnen oftmals nur die Möglichkeit, über das Internet miteinander zu kommunizieren. Notfalls treffen sich die Mitarbeiter an einem Ort, wo sich beide, Juden und Palästinenser, aufhalten dürfen. Beispielsweise in einem heruntergekommenen Café in der Nähe von Jericho. Rami Abdulhadi, Marketing- und Kommunikations-Chef mit Arbeitssitz in Ramallah: „G.ho.st beweist, dass Palästinenser und Israelis zusammen arbeiten können“. Auch Firmenchef Schreiber betont: „Unser Team überbrückt die palästinensisch-israelische Kluft.“

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