Israelis erheben Klage gegen Arafat in Brüssel

BRÜSSEL (inn) – Eine Gruppe Israelis hat am Dienstag in Brüssel gegen PLO-Chef Yasser Arafat sowie verschiedene palästinensische Organisationen Klage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingereicht.

Nach einem 1993 in Belgien erlassenen Gesetz, dürfen die Gerichte Ausländer wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit belangen, auch wenn die Straftaten nicht in Belgien begangen wurden.

Rund 30 Israelis der Gruppe „Terroropfer“ haben unter anderem gegen Arafat, die Palästinensische Autonomiebehörde, die PLO und die palästinensische Polizei Klage erhoben, heißt es in einem Bericht der Tageszeitung „Ha´aretz“.

Die Beklagten werden für eine Reihe von Terroranschlägen verantwortlich gemacht, die teilweise bis ins Jahr 1974 zurückgehen. Damals hatte ein Palästinenser das Feuer auf mehrere israelische Schulklassen eröffnet, die sich auf einer Exkursion im Norden Israels befanden. Dabei waren 22 Menschen getötet und mehr als 60 verletzt worden. Zudem soll auch das Selbstmordattentat vom 9. August vor der Jerusalemer Pizzeria „Sbarro“ vor Gericht gebracht werden.

Das Gericht prüft derzeit die Zulassung der Klage.

Unterdessen kündigten mindestens 20 Israelis des „Weltkomitees für Frieden und Gerechtigkeit“ an, ebenfalls Arafat und einige Palästinenser-Organisationen zu verklagen.

Gegen Israels Premierminister Ariel Sharon ist eine ähnliche Klage vor einem belgischen Gericht anhängig. Sharon wurde wegen der Massaker an Palästinensern in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Libanon angeklagt.

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