Israelis auf UN-Konferenz für Terror-Opfer

NEW YORK (inn) - Am Dienstag fand bei den Vereinten Nationen in New York eine Konferenz für die Opfer von Terroranschlägen statt. Daran nahmen auch auch zwei Israelis teil. Verschiedene arabische Gruppen hatten im Vorfeld der Veranstaltung protestiert, da keine Palästinenser eingeladen worden waren.

Auf Einladung von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sprachen 18 Überlebende von Anschlägen oder Angehörige von Terror-Opfern auf der eintägigen Konferenz. Unter ihnen waren die Israelis Arnold Roth und Daniel Carmon. Letzterer ist der stellvertretende Vorsitzende der israelischen UN-Delegation. Er  hatte 1992 seine Frau bei einem Anschlag auf die israelische Botschaft in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires verloren. Roth hatte seine Tochter bei einem Terroranschlag in Jerusalem verloren. Ein weiterer Redner war Aschraf al-Chaled aus Jordanien. Auf dessen Hochzeit hatte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, dabei waren, neben anderen, Al-Chaleds Vater und Schwiegervater getötet worden.

Durch die Konferenz soll dem Leid ein menschliches Gesicht gegeben werden, sagte Robert Orr, Assistenz-Generalsekretär und Vorsitzender der „Counter-Terrorism Implementation Task Force“. „Wir alle haben die Stimmen der Terroristen gehört, zu selten hören wir jedoch die Geschichten ihrer Opfer“, so Orr. Er betonte, dass das Symposium keine politische Veranstaltung sei. Es habe allein den Zweck, konkrete Wege zu finden, um die Opfer weltweit besser unterstützen zu können.

Ex-Geisel Betancourt fordert Freilassung Schalits

 An der Konferenz nahm auch die im Juli aus der Hand kolumbianischer Geiselnehmer befreite Politikerin Ingrid Betancourt teil. Sie forderte die Welt gegenüber der Tageszeitung „Jediot Aharonot“ auf, sich für die Freilassung des verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit einzusetzen. „Menschen auf der ganzen Welt sollten für die Freilassung von Gilat Schalit arbeiten. Wenn wir die Globalisierung für finanzielle Ziele nutzen, dann sollte auch der Kampf um die Freilassung entführter Menschen global sein“, so Betancourt.

Arabischer Protest

Im Vorfeld der Veranstaltung hatten verschiedene arabische Gruppen gegen die Konferenz protestiert. Sie sei parteiisch, da keine palästinensischen Opfer des „israelischen Terrors“ eingeladen wurden. Laut der „Kuwaitischen Nachrichtenagentur“ (KUNA) hatte sich Ende August eine arabische Gruppe unter Leitung des Palästinensers Riadh Mansur mit Orr getroffen, um sich zu beschweren. „Unsere Position ist die, wenn Israel eingeladen wird, mit Opfern teilzunehmen, müssen auch die Palästinenser mit Opfern eingeladen werden. Denn niemand hat mehr gelitten, als die Palästinenser unter dem israelischen Staatsterrorismus und unter den jüdischen Siedlern“, so Mansur gegenüber der „KUNA“.

Die Vereinten Nationen haben sich bislang noch nicht auf eine Definition von „Terror“ geeinigt. Laut Orr gebe es jedoch 16 internationale Richtlinien und Protokolle, die eine solide Basis für die Definition von Terroranschlägen böten. Nach diesen Richtlilien seien die Opfer zu der Veranstaltung eingeladen worden.

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