Israel wird Partner des EU-Satellitenprogramms „Galileo“

JERUSALEM (inn) – Die Europäische Union und Israel wollen in Zukunft enger beim Aufbau des europäischen Satellitensystems „Galileo“ zusammenarbeiten. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Montag in Jerusalem unterzeichnet.
Israel arbeitet nun offiziell beim Satellitenprogramm "Galileo" mit.

Der israelische Minister für Wissenschaft, Technologie und Raumfahrt, Jaakov Peri, und der Direktor der israelischen Raumfahrtbehörde, Menachem Kidron, sowie EU-Vertreter unterzeichneten das Abkommen. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Die Vereinbarung erlaube die Mitarbeit israelischer Wissenschaftler und Unternehmen an Projekten, die mit „Galileo“ verknüpft seien. Von europäischer Seite wurde das Kooperationsabkommen vom EU-Kommissar für Unternehmen und Industrie, Antonio Tajani, und dem neu ernannten EU-Botschafter in Israel, Lars Faaborg-Andersen, unterzeichnet.
„Die Vereinbarung ist ein Meilenstein der Beziehungen zwischen Israel und der EU, sowie ein Beweis für die gegenseitige Anerkennung der Fähigkeiten im Bereich der Forschung und Entwicklung“, zitiert die Zeitung den israelischen Wissenschaftsminister. Die Nutzung von GPS gehöre unterdessen zum täglichen Leben, erklärte Peri. Die Vereinbarung führe in den nächsten Jahren zu einer strategischen, sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Israel und der EU.
Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen rund 30 Satelliten für das zivile „Galileo“-Programm der EU im Weltraum stationiert werden, berichtet die „Times of Israel“. Mit „Galileo“ stünde dann erstmals ein rein ziviler, auf Satelliten basierender GPS-Dienst, betrieben von einer zivilen Organisation, zur Verfügung. Bislang würden vergleichbare GPS-Systeme ausschließlich vom Militär betrieben. Zudem erwarte man sich von „Galileo“ eine größere Abdeckung sowie höhere Bandbreiten und Verfügbarkeiten als von den bislang verfügbaren Systemen. Die Nachfrage nach satellitenbasierenden Diensten steige kontinuierlich, berichtet die Zeitung. Da mit „Galileo“ keine militärischen Interessen verfolgt würden, erlaube das Projekt eine breite Auswahl der beteiligten Technologiepartner. Das Abkommen ermögliche es, dass nun auch israelische Firmen mit Hard- und Software daran mitarbeiten können.

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