Israel will sich an Aufarbeitung des Nazi-Kunstraubs beteiligen

JERUSALEM (inn) – Der israelische Vize-Außenminister Se‘ev Elkin hat am vergangenen Mittwoch vor der Knesset die Rückgabe des Münchener Kunstfundes in jüdische Hände verlangt. Die erst am Sonntag in den Medien bekannt gewordene Forderung nach einer Beteiligung an der Aufarbeitung ist Israels erste offizielle Stellungnahme dazu.
Israels Vize-Außenminister Se'ev Elkin fordert die Rückgabe der Nazi-Raubkunst.

Foto: Se'ev Elkin Facebook

Israels Vize-Außenminister Se’ev Elkin fordert die Rückgabe der Nazi-Raubkunst.

Elkin forderte die Bundesregierung auf, im Zusammenhang mit der Rückgabe der Nazi-Raubkunst „nicht nur eine legale, sondern eine gerechte Lösung“ zu finden, berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Der Staat Israel vertrete die „gesamte jüdische Welt“. Es sei eine „historische Verpflichtung“, sich als Erben der Nazi-Opfer für die Rückgabe der Kunstwerke an die rechtmäßigen Besitzer oder Erben einzusetzen, erklärte Elkin vor dem Parlament. Für den Fall, dass keine Erben mehr auffindbar seien, sollten die Kunstschätze an jüdische Museen in Israel oder Deutschland übergeben werden.
Nachfahren und Opfervertreter begrüßten laut „Jerusalem Post“ die israelische Beteiligung an der Aufarbeitung, forderten von der Bundesregierung zugleich aber die rasche Klärung rechtlicher Fragen, um eine schnellstmögliche Rückgabe zu gewährleisten.
Bereits im Frühjahr 2012 hatte die Augsburger Staatsanwaltschaft im Zuge eines Ermittlungsverfahrens 1.280 teils unbekannte oder seit 1945 verschollene Kunstwerke in einer Münchner Wohnung beschlagnahmt. Erst Anfang November 2013 war der Kunstfund nach Recherchen des deutschen Nachrichtenmagazins „Focus“ öffentlich geworden und hatte international großes Aufsehen erregt.
Die Straubinger Wohnung gehört dem Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, der im Auftrag der Nationalsozialisten von Juden beschlagnahmte und Beutekunst im Ausland verkaufen sollte, um dadurch Devisen zu erwirtschaften. Experten für die Rückführung gestohlener Kunstwerke gehen davon aus, dass es sich bei einem Großteil des Münchener Kunstschatzes um Diebesgut aus jüdischen Kunstsammlungen handelt.

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