ROM / JERUSALEM (inn) – Israels Premierminister Ehud Olmert wünscht sich eine führende Rolle Italiens bei der UN-Truppe im Südlibanon. Dies sagte er in einem Telefongespräch mit dem italienischen Premierminister Romano Prodi.
Die Chancen für Italien auf eine führende Rolle bei der UNIFIL seien gestiegen, nachdem sich Frankreich mit einer Unterstützung eher zurückhielt und nur 200 zusätzliche Soldaten in Aussicht stellte. Dies erklärte Olmert am Sonntag bei der Kabinettssitzung. Die UN versuchten derzeit, 15.000 Soldaten für eine internationale Truppe zusammenzustellen, die den Waffenstillstand an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel sichern soll.
Olmert betonte vor dem Kabinett, dass die UN-Truppe keine Soldaten aus Ländern enthalten sollte, die keine diplomatischen Beziehungen zu Israel haben. Dies trifft etwa auf die moslemischen Länder Malaysia, Indonesien und Bangladesch zu; diese hatten angekündigt, Truppen für die UNIFIL-Mission entsenden zu wollen.
Die italienische Regierung hat bislang nicht festgelegt, wie viele Soldaten sie in die Region schicken will. Bisher war in Rom von 3.000 Soldaten die Rede. Damit wäre das südeuropäische Land der größte Beitragende.
Der italienische Verteidigungsminister Arturo Parisi schrieb in einer Antwort an Olmert, sein Land könne die Rolle „eventuell“ übernehmen. Aus dem Büro Prodis hieß es, der Premier habe die Angelegenheit auch mit dem libanesischen Premierminister Fuad Saniora besprochen. Auch der sei damit einverstanden, dass Italien eine primäre Rolle bei der UN-Mission übernehme.