Israel unterstützt Liberia

JERUSALEM (inn) - Israel hat Liberia am Dienstag Unterstützung für den Neuaufbau seiner Diamantenindustrie angeboten. Im April hatte die UNO Sanktionen aufgehoben, die dem afrikanischen Land den Handel mit den Edelsteinen untersagten. Hintergrund sind so genannte "Blutdiamanten", die in Konfliktgebieten meist illegal geschürft und verkauft werden, um Rebellen- oder Invasionstruppen zu finanzieren.

Die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf unterzeichnete ein Abkommen mit dem Vorsitzenden des israelischen Diamanteninstitutes, Moti Ganz. Zudem leistete der liberianische Minenminister Eugene Shannon seine Unterschrift. In dem Vertrag verpflichtet sich Israel zur Expertenhilfe. Es soll untersucht werden, welches Potential die liberianische Diamantenindustrie noch hat. Das berichtet die „Jerusalem Post“.

Israel baut keine Diamanten ab, ist aber in der Welt führend beim Schleifen und beim Handel. Experten in Liberia hoffen, dass durch einen Wiederaufbau des Industriezweiges Arbeitsplätze geschaffen werden. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote bei 85 Prozent.

„Wir glauben an das Potential in Liberia“, sagte Ganz. „Die Investitionen werden zunehmen.“ Der Israeli zieht für die Zukunft auch gemeinsame Projekte mit Minenbesitzern in dem afrikanischen Land in Betracht.

Präsidentin Johnson-Sirleaf war am Wochenende zu einem dreitägigen Besuch in Israel eingetroffen. Anlass war ein vom Außenministerium organisierter Führungskräftekongress für Frauen. Die Christin besuchte auch heilige Stätten in Jerusalem. Zudem kam sie mit israelischen Politikern zusammen.

Liberia ist einer der ärmsten Staaten in Afrika. Zwischen 1989 und 2003 wurde das Land durch mehrere Bürgerkriege erschüttert, die 200.000 Todesopfer forderten. In den Kriegen ging es auch um die Diamanten. Johnson-Sirleaf wurde 2005 zur Präsidentin gewählt.

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