Israel testet autonome Bus-Systeme

Israel will im öffentlichen Straßenverkehr einen großen Schritt nach vorne machen: Autonome Busse sollen künftig zum Stadtbild dazugehören. In vier Regionen werden sie nun erstmals öffentlich getestet.
Von Israelnetz
Stau auf einer Schnellstraße in Judäa (Symbolbild)

Foto: Israelnetz/Dana Nowak

Die Initiatoren hoffen, dass autonome Busse zu einer Reduzierung von Verkehrsstaus beitragen (Archivbild)

JERUSALEM (inn) – Auf israelischen Straßen fahren in wenigen Wochen erstmals im öffentlichen Verkehr autonome Busse. Dies gaben am Sonntag das Verkehrsministerium und die Innovationsbehörde bekannt. Für die nächsten zwei Jahre sollen vier Betreiber an verschiedenen Standorten testen, ob und wie autonome Bus-Systeme für den israelischen Verkehr praktikabel sind.

Das Pilot-Projekt der selbstfahrenden Busse kostet rund 17 Millionen Euro. Eine Hälfte der Kosten übernimmt der Staat, die andere Hälfte tragen die jeweiligen Betreiber, hieß es in einer Mitteilung. Ziel ist es, zu überprüfen, an welchen Orten sich eine kommerzielle Nutzung von autonomen Bussen lohne. Voraus geht eine Machbarkeitsprüfung. Sowohl die Technik, als auch die Sicherheit wird besonders unter die Lupe genommen. Zunächst werden die Busse in begrenzten Gebieten unterwegs sein, später werden sie in den gesamten öffentlichen Verkehr einbezogen.

Einsatz auch in Großstädten

Für das Projekt konnten zwei große und zwei kleinere Busunternehmen gewonnen werden. Die großen Unternehmen „Egged“ und „Dan“ testen vor allem auf größeren Strecken zwischen Städten. Die zwei kleineren Unternehmen „Metropoline“ und „Nativ Express“ fahren hauptsächlich in Südisrael, etwa in Tel Aviv und Be’er Scheva.

Alle vier Busunternehmen haben regen Austausch mit internationalen Partnern, mit denen sie zusammenarbeiten. Sowohl das technische Know-how, als auch die Sicherheitsaspekte werden durch globales Wissen unterstützt. Besonders Start-ups haben den Markt für autonomes Fahren entdeckt und sind Ansprechpartner für die Unternehmen und die politischen Verantwortlichen.

Initiatoren sehen viele Vorteile

Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, soll langfristig der Straßenverkehr in Israel sicherer gemacht werden. Noch immer sterben im Verkehr viele Menschen. Zudem kann das autonome Fahren der Busse dazu beitragen, Verkehrsstaus zu reduzieren. Außerdem könnte der landesweite Mangel an Busfahrern gelindert werden.

Der Direktor der israelischen Verkehrsbehörde, Ran Schami, zeigte sich erfreut über die Resonanz auf das Vorhaben: „Wir gehören zu den Ersten, die autonome Fahrzeugtechnologie und den öffentlichen Straßenverkehr zusammenbringen.“ Es sei noch ein langer Weg, dennoch biete das Pilot-Projekt „den Service und das Fahrgasterlebnis im öffentlichen Verkehr, sowie eine Verbesserung des Sicherheitsniveaus“.

Ami Appelbaum, der Vorsitzende der Innovationsbehörde, sprach von einer „aufstrebenden Ära der softwaregesteuerten Mobilität“ in Israel. Die Zahl der Start-ups auf dem Gebiet des autonomen Fahrens im jüdischen Staat steige jährlich um 26 Prozent. Viele Autohersteller, etwa General Motors oder Volkswagen, haben Entwicklungszentren in Israel. Das zweijährige Projekt soll den „israelischen öffentlichen Verkehr verbessern“. „Israel soll zu einem weltweit führenden Land für autonome öffentliche Verkehrsmittel werden“, sagte Appelbaum. (joh)

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