Israel stellt Bau von Häfen in Aussicht

Der Gazastreifen könnte laut Israels Verteidigungsminister Lieberman „das Singapur des Nahen Ostens“ werden – wenn die Hamas davon abrückt, Israel zerstören zu wollen. Den Menschen in dem Küstenstreifen bot der Minister die Schaffung Zehntausender Arbeitsplätze an.
Wenn es nach Israel geht, soll der Gazastreifen aufblühen

Foto: Johannes Gerloff

Wenn es nach Israel geht, soll der Gazastreifen aufblühen

JERUSALEM (inn) – Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hat die Palästinenser zum Dialog aufgefordert. Dem Gazastreifen stellte er Häfen und Industriegebiete in Aussicht – wenn die Hamas im Gegenzug abrüstet und die Leichen von getöteten Soldaten freigibt. Lieberman äußerte sich im Gespräch mit der israelischen „Behörde für die Koordination der Regierungsaktivitäten in den (Palästinenser-)Gebieten“ (COGAT).

Die Menschen im Gazastreifen müssten verstehen, dass nicht Israel, das sich 2005 vollständig aus dem Gebiet zurückgezogen hat, die Ursache für ihr Leiden ist. Vielmehr sei es die Hamas-Führung, die sich nicht um die Bewohner des Gebietes kümmere, sagte Lieberman. „In dem Moment, wo die Hamas ihre Tunnel und Raketen aufgibt, werden wir die ersten sein, die in den Gazastreifen investieren und dort einen Seehafen, einen Flughafen und Industriegebiete an den Übergängen Eres und und Kerem-Schalom bauen“, sagte der Verteidigungsminister weiter. Wenn die Hamas die von ihr festgehaltenen Israelis sowie die sterblichen Überreste von Soldaten freigibt, die bei Kämpfen 2014 im Gazastreifen getötet wurden, werde Israel sich für das Gebiet stark machen. Der Bau der Häfen und Industriezonen könne Arbeitsplätze für rund 400.000 Palästinenser schaffen, fügte Lieberman hinzu. Die Hamas müsse dafür ihr Ziel aufgeben, Israel zerstören zu wollen, das sie in ihrer Charta verankert hat.

Der Verteidigungsminister verwies auf ein Zitat des früheren israelischen Premiers Ariel Scharon, der den Gazastreifen räumen ließ: „Eines Tages wird der Gazastreifen das Singapur des Nahen Ostens.“ Dies sei auch seine eigene Vision für den Küstenstreifen, erklärte Lieberman.

„Lasst uns reden!“

Anlass für das Gespräch mit COGAT war unter anderem der neue Internetauftritt der Behörde. Durch ihre Homepage möchte COGAT Palästinensern die Möglichkeit zum direkten Dialog geben. Die Behörde ist dem Verteidigungsministerium unterstellt. Lieberman betonte: „Wir wünschen uns den direkten Dialog mit der palästinensischen Öffentlichkeit, nicht durch Vermittler oder die Medien, die Israels Positionen im Allgemeinen nicht positiv gegenüberstehen.“ Er selbst wolle mittels Live-Stream Palästinensern für persönliche Gespräche und Fragen zur Verfügung stehen. „Wir sind ein offenes Volk. Wir müssen die richtige Formel finden die es unseren beiden Völkern nicht nur ermöglicht, zu existieren, sondern auch zu blühen.“

Das Gespräch beendete Lieberman mit einem Aufruf auf Arabisch an die Palästinenser: „Lasst uns reden!“

Von: dn

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