Israel: „Schuld am Desaster in Gaza ist die Hamas“

JERUSALEM (inn) - Die israelische Regierung hat den Nicht-Regierungsorganisationen (NGO's) widersprochen, dass Israel an der Misere im Gazastreifen verantwortlich sei. Das Außenministerium in Jerusalem kritisierte, die humanitären und Menschenrechtsorganisationen würden nicht erkennen, dass die Terror-Organisation Hamas maßgeblich für die schlimmen Zustände in der Region verantwortlich sei.

Am Donnerstag wies die israelische Regierung einen Bericht von acht britischen humanitären und Menschenrechtsorganisationen zurück, nach dem die Situation im Gazastreifen seit 1967 noch nie so schlimm war wie derzeit, und dass Israel daran schuld sei.

„Die internationalen Nicht-Regierungsorganisationen (NGO’s) schaffen es nicht, der Realität ins Auge zu schauen und die Ursachen der Ereignisse zu sehen, die zu der schlimmen Situation im Süden Israels ebenso wie im Gazastreifen geführt haben“, hieß es in einer Erklärung des israelischen Außenministeriums.

Weiter heißt es: „Wenn die Palästinenser ihr sinnloses und willkürliches Abfeuern von Raketen auf Tausende von israelischen Zivilisten einstellen würden, würde sich die gesamte Region wieder in eine normale Wohngegend verwandeln, in der Palästinenser und Israel wieder ihren alltäglichen Leben nachgehen könnten.“

Die angesprochenen Organisationen sollten ihre Kritik auf die „Terror-Organisation Hamas“ richten, welche den Gazastreifen kontrolliert, „und nicht auf den Staat Israel“. Dies berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“.

NGO’s: Israel schuld an Situation in Gaza

Den Bericht hatten NGO’s wie etwa Amnesty International, Oxfam, Christian Aid, Save the Children, Care and Trocaire veröffentlicht. „Die Situation der 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen ist so schlimm wie seit 1967 nicht mehr. Die Härte der Situation ist exponentiell angewachsen, seit Israel die Bewegung von Gütern und Menschen extrem eingeschränkt hat als Antwort auf die Machtübernahme der Hamas in Gaza und die Raketenschüsse gegen Israel.“

Die Organisationen schreiben weiter, dass mehr als 80 Prozent der Bevölkerung Gazas auf humanitäre Hilfe angewiesen seien. Im Jahr 2006 seien es lediglich 63 Prozent gewesen.

Heute seien über 1,1 Millionen Menschen, also fast 75 Prozent, abhängig vom Ernährungsprogramm des UN-Organs UNRWA. Die Wirtschaft sei kollabiert. In den vergangenen sechs Monaten seien die meisten privaten Unternehmen pleite gegangen und 3.500 von 3.900 Fabriken seien geschlossen worden, wodurch rund 75.000 Menschen ihre Arbeitsstelle verloren hätten.

Die Einschränkung der Lieferung von Strom und Treibstoff durch Israel hätten zudem in den vergangenen Monaten ernste Schäden im Wasser- und Abwassersystem in Gaza verursacht, schrieben die NGO’s.

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