Israel nicht mit UN-Kommission zufrieden – Militärexperten sollen ins Team

NEW YORK (inn) – UN-Generalsekretär Kofi Annan ist nicht bereit, auf eine Forderung Israels einzugehen und die Zusammensetzung der Untersuchungskommission hinsichtlich der „Massaker-Vorwürfe“ im „Flüchtlingslager“ Jenin zu ändern.

Annan stimmte jedoch Israels Forderung zu, die Entsendung der Delegation zu verschieben. Er erwarte allerdings, daß die Kommission bis Samstag im Nahen Osten eintrifft, hieß es in einer Erklärung des Generalsekretärs.

Israel hatte am Dienstag sein Einverständnis zur Zusammensetzung der Kommission zurückgezogen. „Die Zusammensetzung der Gruppe wurde nicht mit uns abgesprochen. Wir sind ein souveräner Staat und müssen uns so etwas nicht bieten lassen“, hieß es aus Regierungskreisen. Israel kritisierte, daß die Mitglieder keinen militärischen, sondern einen politischen Hintergrund haben.

Israels UN-Botschafter Jehuda Lancry forderte, daß in die Untersuchungskommission Militär- und Anti-Terrorexperten aufgenommen werden. Es sollte nicht nur der israelische Militäreinsatz, sondern auch das Netzwerk palästinensischer Terroristen in Jenin untersucht werden, sagte Lancry. Hier wollen die Vereinten Nationen (UN) Israel enventuell entgegenkommen. Möglicherweise könnten zusätzliche Fachkräfte zur Beratung der Kommission hinzugezogen werden, sagte ein UN-Sprecher in New York.

Ferner hat Israel bisher noch keine Erlaubnis erhalten, daß israelische Offiziere die UN-Kommission begleiten dürfen, um ihre Sicht der Dinge zu erklären.

Unterdessen hat der israelische Inlands-Geheimdienst (Shin Bet) Informationen erhalten, nach denen Palästinenser offenbar Gebäude in Jenin präparierten, um ein angebliches „Massaker“ der israelischen Armee an der palästinensischen Zivilbevölkerung zu beweisen.

Palästinenser sprachen von mehr als 500 Toten während der israelischen Militäroperation im sogenannten „Flüchtlingslager“ von Jenin. Israelischen Angaben zufolge kamen bei Häuserkämpfen rund 50 Palästinenser und 23 israelische Soldaten ums Leben.

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