Israel hofft auf Fortsetzung der guten Beziehungen zu den USA

JERUSALEM / RAMALLAH (inn) - Israels Außenministerin Zippi Livni hat den Wahlsieg von Barack Obama als "Zeichen des Verdienstes für die amerikanische Demokratie" bezeichnet. Der Vertreter der demokratischen Partei hatte am Dienstag die Wahl zum neuen US-Präsidenten gegen den Republikaner John McCain gewonnen.

“Israel erwartet, dass die enge strategische Zusammenarbeit mit der neuen Regierung, dem Präsidenten und dem Kongress weitergehen wird”, so Livni laut der Zeitung “Ha´aretz”. Hinzu komme eine Stärkung der besonderen Beziehung zwischen den beiden Ländern. “Während Barack Obamas jüngstem Besuch in Israel, und vor allem während unserer gemeinsamen Fahrt durch die Stadt Sderot, waren die Israelis beeindruckt von seiner Verpflichtung gegenüber dem Frieden und Israels Sicherheit.”

Wertschätzung für McCain

Livni bekundete auch ihre Anerkennung für den ehrenhaften Wahlkampf des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten McCain: “Wir danken Senator McCain für seine langjährige Freundschaft und freuen uns darauf, unsere enge Zusammenarbeit mit ihm fortzuführen.”

Der amtierende Premierminister Ehud Olmert nannte Obamas Sieg “historisch und beeindruckend”. Amerika habe den Demokratien der Welt erneut ein Beispiel gegeben.

Oppositionsführer Benjamin Netanjahu sagte, der Wahlsieg repräsentiere einen historischen Wandel für Amerika. “Ich bin sicher, der neue Präsident wird in der Lage sein, Frieden in unsere Region zu bringen.”

“Sieg gegen Rassismus”

Mehrere israelische Parlamentarier sprachen von einem Sieg gegen den Rassismus. Der aus Äthiopien eingewanderte Kadima-Politiker Schlomo Mula sagte: “Dies ist ein Sieg, der bei allen schwarzen Menschen in der Welt und in Israel Hoffnung weckt. Ich bin voller Hoffnung, dass Israel nicht 400 Jahre bis zur Gleichheit warten wird.”

Auch der arabische Knesset-Abgeordnete Ahmad Tibi begrüßte die Wahl Obamas ebenfalls: “Die Amerikaner haben ihre Erhabenheit bewiesen und sind zur Morgendämmerung eines neuen Tages und einer neuen Welt aufgebrochen. Wir müssen immer daran denken: ‘Nur in der Dunkelheit kann man die Sterne sehen’.”

Palästinensische Reaktionen

Auf palästinensischer Seite äußerte sich Unterhändler Saeb Erekat: “Wir hoffen, der gewählte Präsident in den Vereinigten Staaten wird den Kurs halten und das US-Engagement im Friedensprozess ohne Verzögerung fortsetzen. Wir hoffen, die Zwei-Staaten-Vision wird unverzüglich von einer Vision auf ein realistisches Gleis verlegt.”

Hamas-Sprecher Fawsi Barhum forderte, Obama müsse “aus den Fehlern der vorigen Regierungen lernen, einschließlich derjenigen von Bush, der Afghanistan, den Irak, den Libanon und Palästina zerstört hat”. Laut dem Nachrichtensender “Al-Dschasira” fügte er hinzu: “Er muss die US-Beziehungen mit dem Rest der Welt verbessern und nicht den großen amerikanischen Stock schwingen. Wir wollen, dass er die palästinensische Sache unterstützt oder zumindest nicht parteiisch gegenüber der israelischen Besatzung ist. Wir haben kein Problem damit, normale Beziehungen mit den Vereinigten Staaten aufzunehmen.”

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