JERUSALEM (inn) – Palästinensische Terrorgruppen im Gazastreifen haben am Mittwoch einen weiteren Leichnam an Israel übergeben. Es handelt sich um einen Arbeiter aus Thailand. Damit befindet sich noch eine tote Geisel in der Küstenenklave.
Der Palästinensische Islamische Dschihad (PIJ) hatte am Morgen mitgeteilt, dass er den Leichnam im nördlichen Gazastreifen ausfindig gemacht habe. Am Nachmittag übergab er ihn mit der Hamas an das Rote Kreuz, das ihn zur israelischen Armee brachte.
Rechtsmediziner im Forensischen Institut von Abu Kabir identifizierten die Geisel als Sudthisak Rinthalak. Daraufhin informierte Israel die Angehörigen in Thailand. Rinthalak war 2017 mit 35 Jahren nach Israel gekommen, um in der Landwirtschaft mitzuarbeiten. Jede Woche schickte er Geld an seine Familie.
Als die Hamas das Massaker am 7. Oktober 2023 verübte, arbeitete er seit drei Monaten im Kibbuz Be’eri. Dort ermordeten Terroristen des PIJ den 43-Jährigen zusammen mit seinem Landsmann Sonthaya Oakkharasr und verschleppten die sterblichen Überreste in den Gazastreifen.
Nach dem Massaker wussten die Angehörigen zunächst nicht, was ihm widerfahren war. Im Mai 2024 erfuhr sie, dass die beiden thailändischen Arbeiter ermordet und verschleppt worden waren.
Rückführung wird mit Botschaft koordiniert
Der israelische Geiselbeauftragte Gal Hirsch informierte die Angehörigen darüber, dass die Rückführung mit der thailändischen Botschaft in Tel Aviv koordiniert werde. Das Regierungsamt erklärte: „Die israelische Regierung teilt den tiefen Schmerz der Familie Rinthalak und aller Familien der getöteten Geiseln.“
Die Terrorgruppe Hamas müsse ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen zur Waffenruhe erfüllen, hieß es weiter. Dazu gehöre die Rückgabe des Leichnams der letzten verbliebenen Geisel, des Polizeioffiziers Ran Gvili. Er wurde bei Kämpfen gegen Terroristen in der grenznahen Ortschaft Alumim getötet. Die Hamas hätte gemäß dem Abkommen alle lebenden und toten Geiseln am 13. Oktober an Israel übergeben müssen.
Staatspräsident Jizchak Herzog bekundete im Namen des Volkes Israel gegenüber dem thailändischen König Maha Vajiralongkorn, den Hinterbliebenen und den Bürgern sein Beileid: „789 schmerzliche Tage lang wurde Sudthisak in Gaza als Geisel festgehalten. Seine Familie dort in Thailand hat mit großen Schmerzen auf seine Rückkehr gewartet. Nun kann Sudthisak endlich in Würde zur Ruhe gebettet werden.“ Auch würdigte er die thailändische Gemeinschaft in Israel, die „weiter so viel für unser Land beiträgt“.
Dankbarkeit an Israel übermittelt
Die Familie der Geisel und Botschafter Boonyarit Vichienpuntu übermittelten tief empfundene Anerkennung an Israel. Sie dankten „für die Bemühungen, Sudthisak zurückzubringen und für die kontinuierliche Unterstützung der Familie, seit der Krieg ausbrach“.
Sudthisak Rinthalak hinterlässt seine Eltern Thong Ma und On sowie den älteren Bruder Thepporn. Er war geschieden und hat keine Kinder. Die Mutter ist gehörlos.
Bruder drängte ihn, in Israel zu arbeiten
Erst Anfang dieser Woche sagte der Vater in einem Interview des israelischen Armeesenders: „Ich spüre, dass ich mich immer um ihn sorge, ich bete für ihn.“ Der Bruder bekundete sein Bedauern darüber, dass er ihn nach der Scheidung gedrängt habe, in Israel zu arbeiten: „Ich fühle mich schuldig. Aber ich wollte, dass er sich dort findet.“ Auch habe er gehofft, dass sein Bruder eine Frau findet.
Am 7. Oktober nahmen palästinensische Terroristen 31 Thailänder als Geiseln. Von ihnen kehrten 28 lebend zurück und drei tot. Zudem wurden 46 weitere Staatsbürger bei dem Massaker oder im darauf folgenden Krieg getötet. (eh)
8 Antworten
Lieber Sudthisak Rinthalak, als letzte von 31 thailändischen Geiseln kehrst du von den mörderischen Terroristen in Gaza nach Israel und bald auch in deine Heimat zurück. Das Neujahrsfest deines Landes wolltest du mit deiner Familie feiern. Stattdessen töteten dich palästinensische Mörder und Terroristen und verwehrten dir und deiner Familie ein Wiedersehen, auf das ihr euch so gefreut habt. Ich bin dankbar, dass man dich finden konnte und ich hätte dir so sehr ein Wiedersehen mit deiner Familie gewünscht. Nun wünsche dir Frieden und Heimat bei Gott, unserem Vater, ruhe sanft. ✝️ Der Familie drücke ich meine tief empfundene Anteilnahme aus. Mögen sie Trost und Kraft erfahren.
Und ich hoffe so sehr, dass bald auch Ran Gvili nach Israel zurückkehren wird. Israel wird nicht aufhören dafür zu kämpfen, bis auch er zuhause ist. Der letzte zu sein ist schwierig. Ich bete dafür. 🙏🎗🇮🇱
Ja,endlich ist auch er zuhause.
Und woran oder an wen er auch immer glaubte oder seine Gebete gerichtet waren, möge er in Frieden ruhen, ins Nirvana wechseln oder wiedergeboren werden. SHALOM
Ran Gvili, für mich ein Held.
Ich frage mich, inwieweit Verständigung mit Pro-Palästinensern und ihren Anhängern möglich sein kann, für die „Helden“ so ganz andere Persönlichkeitsanteile aufweisen müssen … beispielsweise die der Täter des 07.10.23 und ihrer Unterstützer.
Er möge in Frieden ruhen in seiner heimatlichen Erde.
Somit verbleibt nur noch einer, der letzte Israeli, Möge er, wie ich bereits an anderer Stelle schrieb nach Hause kommen, um in Frieden zu ruhen und seinen Platz an der Seite des Ewigen einzunehmen.
SHALOM
Bei mir vermischt sich die Traurigkeit über den gewaltsamen Tod dieses sicherlich sehr anständigen und tüchtigen Menschen mit der Verachtung, die ich der gazanischen Regierung, ihren Kämpfern und Unterstützern vor Ort und weltweit, auch in Deutschland, entgegenbringe. Denken diese Menschen wirklich, sie könnten mit solchen Wertvorstellungen ein förderliches Gemeinwesen oder gar einen funktionierenden Staat gestalten?
Sudthisak Rinthalak wünsche ich Frieden und, sofern er Buddhist ist, das Erreichen des Nirwana. Seine Familie weiß besser als wir, was für ein Mensch er war und findet, hoffe ich, Trost darin, dass er wiedergeboren oder das Nirwana erreichen wird.
Liebe Emma, das ist eine falsche Hoffnung , die sich nicht erfüllen wird. Das Nirvana ist kein befreiter, friedvoller Ort ohne Leiden. Nur im Reich Gottes können wir Frieden finden und diese Lösungen bietet nur Jesus Christus an.
Marita, bitte fangen Sie nicht an wie Untertan und sprechen andersgläubigen ihre Ansichten ab, denn der Ewige hat viele Gesichter und jeder, der irgendwie an eine höhere Macht glaubt, bekommt seine Form der Unsterblichkeit, so er sie sich verdient hat. Das gilt für alle Glaubensbekenntnisse,nicht nur für das Christentum.
SHABBAT SHALOM