Israel entmint Gebiet bei Taufstelle Jesu

JERICHO (inn) – Altlasten beseitigen: Israel entfernt Sprengfallen in dem Gebiet am Jordan, wo Jesus vermutlich getauft wurde. In zwei Jahren sollen die zahlreichen Kirchen und Klöster dort wieder zugänglich sein.
Betreten verboten: Noch ist das Minenfeld am Jordan miitärisches Sperrgebiet

Foto: Halo Trust

Betreten verboten: Noch ist das Minenfeld am Jordan miitärisches Sperrgebiet
Israel beseitigt Minen in dem Gebiet, wo Johannes der Täufer Jesus getauft haben soll. Das hat das Verteidigungsministerium am Montag via Facebook mitgeteilt. Die Arbeiten beginnen im Verbund mit der britischen Entminungs-Organisation „Halo Trust“ Ende dieses Jahres bei Kasr al-Jahud nahe Jericho auf einem Gebiet von 1.000 Dunam. Sie sollen zwei Jahre andauern und vier Millionen Dollar kosten. Betroffene Kirchen haben der Maßnahme zugestimmt. „Halo Trust“ schätzt die Zahl der Minen auf 3.800. Das Gebiet war nach dem Unabhängigkeitskrieg 1948/49 von Jordanien besetzt. Im Sechs-Tage-Krieg 1967 eroberte Israel es. Laut einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums verschanzten sich die Jordanier vor allem in Gebäuden, während die Israelis Sprengfallen aufstellten. Seither ist dort militärisches Sperrgebiet, Kirchen und Klöster sind bis auf einen kleinen Bereich nicht zugänglich.

Aussicht auf Kirchenbesuch

Die Gebäude gehören zu verschiedenen christlichen Strömungen, darunter römisch-katholisch, russisch-orthodox, griechisch-orthodox oder koptisch. Da die Sprengfallen oft um die Gebäude gelegt wurden, ist die Entminung schwierig: Die alten Stätten sollen möglichst nicht zerstört werden. „Sobald wir das Gebiet gesäubert haben, können die Kirchen renoviert werden, das Land und die Kirchen entlang des Westufers des Jordan können wieder in Sicherheit besucht werden“, teilte „Halo Trust“ mit. Israel hat die Taufstätte im Jahr 2011 nach Renovierungsarbeiten für Touristen geöffnet. Bereits damals versprach der damalige Minister für regionale Zusammenarbeit, Silvan Schalom, das umliegende Gebiet zu entminen und die Gebäude zu renovieren. Die Taufstätte direkt gegenüber auf der Ostseite des Jordan, Al-Maghtas, steht seit 2002 für Touristen offen. Jordanien hatte das Gebiet zuvor infolge des 1994 geschlossenen Friedensvertrages mit Israel entmint. Im vergangenen Jahr erklärte die Kultur-Organisation der Vereinten Nationen UNESCO die Stätte zum Weltkulturerbe. (df)

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