Israel beschwert sich bei UN-Sicherheitsrat

Das israelische Militär hat eine Hisbollah-Terrorzelle im syrischen Grenzgebiet der Golanhöhen aufgedeckt. Der jüdische Staat reicht Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat ein und sagt, er werde diese Aktivität nicht akzeptieren.
Der israelische Botschafter Danon hat Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat eingereicht (Archivbild)

Foto: UN Photo/Evan Schneider

Der israelische Botschafter Danon hat Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat eingereicht (Archivbild)

JERUSALEM / NEW YORK (inn) – Israel hat eine Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat wegen des aufgedeckten „Golan-Projekts“ der Hisbollah eingereicht. Dabei geht es um eine Terrorzelle der schiitischen Miliz, die sich an Israels Grenze der Golanhöhen auf syrischer Seite positioniert hat.

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon hat laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ am Mittwoch an den Sicherheitsrat geschrieben. In seinem Brief heißt es demnach, dass Israel nicht die Umwandlung von Syrien und dem Libanon zu einer militärischen Front gegen den jüdischen Staat akzeptieren werde.

Sein Land werde entschieden gegen die Aggression aus Teheran handeln, meinte Danon im Bezug auf die finanzielle und waffentechnische Unterstützung der Hisbollah durch den Iran. Weiter wies der israelische UN-Botschafter auf die Tatsache hin, dass der Sicherheitsrat die Hisbollah noch nicht als Terror-Organisation anerkannt habe, obwohl es eine „Beweisfülle von terroristischen Grenzüberschreitungen“ gebe.

Aufbau der Terrorzelle

Am frühen Mittwoch hatte das israelische Militär die Aufdeckung der Hisbollah-Terrorzelle bekannt gegeben. Innerhalb der Organisation ist sie auch als „Golan-Projekt“ bekannt. Ihr Anführer soll der Hisbollah-Kommandeur Ali Musa Dakduk sein, der für einen Anschlag, bei dem fünf US-Soldaten starben, fünf Jahre in irakischer Haft saß. Er kam 2012 aus der Haft frei und kehrte in den Libanon zurück. Vergangenen Sommer soll er das Netzwerk in einem syrischen Grenzdorf aufgebaut haben.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu, der auch Verteidigungsminister ist, sprach am Mittwoch eine Warnung an die Hisbollah aus: „Israel weiß, was und wo ihr es tut.“ Die Terrorzelle sei nur die „Spitze des Eisberg“, sagte er. „Das Netzwerk ist neu und aktuell darauf fokussiert, sich mit dem Gebiet in den Golanhöhen vertraut zu machen“, teilte das israelische Militär mit. Letztlich solle es syrische Einsatzkräfte kontrollieren und Angriffe gegen Israel führen. Die Einheit sei bereits gut mit Sprengstoff, Maschinenpistolen und Panzerabwehrraketen ausgestattet.

Die Hisbollah ist eine bedeutende politische Kraft im libanesischen Parlament. Der Konflikt mit Israel geht auf den Ersten Libanonkrieg 1982 zurück, wo die Hisbollah gegen Israel kämpfte. Im Zweiten Libanonkrieg 2006 schoss die schiitische Miliz Raketen auf die israelische Zivilbevölkerung im Herzen des Landes, was eine harte israelische Reaktion nach sich zog.

Seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 verwaltet Israel die Golanhöhen. Formal annektiert hat es das Gebiet 1981. Das strategisch wichtige Hochland mit Grenzen zum Libanon und Syrien besitzt eine kleine Pufferzone an der syrischen Grenze, wo UN-Friedenstruppen patrouillieren.

Von: mm

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