Laut einem Bericht der Zeitung „Ha´aretz“ schwenkten die Demonstranten schwarze Fahnen und forderten in Slogans eine globale islamische Regierung. „Hisb ut-Tahrir“ (Partei der Freiheit) ist in mehreren Ländern verboten, unter anderem in Russland, Deutschland und einigen arabischen Staaten. Auch im Westjordanland gelten ihre Aktivitäten als Verstoß gegen das Gesetz. In dieser Woche wurden in Hebron 20 Mitglieder festgenommen.
Die Gruppierung steht in Opposition zur radikal-islamischen Hamas, die im Gazastreifen die Macht hat.
Streben nach Kalifat
„Hisb ut-Tahrir“ wurde 1952 im damals von Jordanien beherrschten Ost-Jerusalem gegründet. Urheber war der Scharia-Richter Taki al-Din al-Nabhani aus der Ortschaft Idschsim bei Haifa. Die Organisation hat das Ziel, in der islamischen Welt wieder ein Kalifat zu errichten und letztlich die ganze Welt unter die Kontrolle des Islam zu bringen. Die Bezeichnung „Kalifat“ wurde 1924 offiziell vom türkischen Staatsgründer Kemal Atatürk abgeschafft.
Derzeit ist „Hisb ut-Tahrir“ in 45 Ländern aktiv. Sie hat keinen militärischen Flügel, tritt aber auch nicht bei Wahlen an. Sie bemüht sich um Unterstützer. Gewalt – wie beispielsweise zur Zerstörung Israels – soll den bewaffneten Truppen des erhofften Kalifats vorbehalten bleiben.