Irans Außenminister distanziert sich von Holocaust-Leugnung

TEHERAN / BERLIN (inn) – Der neue iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat sich am Donnerstag von der Leugnung des Holocaust durch den früheren Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad distanziert. Dies sei nicht die Meinung des Iran gewesen, schrieb Sarif über den Kurznachrichtendienst Twitter.
Irans Außenminister sagt: Das Leugnen des Holocaust durch Ahmadinedschad entspricht nicht der Meinung des Iran.

Foto: Max Talbot-Minkin, Wikipedia

Irans Außenminister sagt: Das Leugnen des Holocaust durch Ahmadinedschad entspricht nicht der Meinung des Iran.

Sarif twitterte: „Der Iran hat das niemals geleugnet. Der Mann, dem nachgesagt wird, dass er das leugnet, ist nun abgetreten. Frohes neues Jahr“. Der iranische Außenminister antwortete damit der amerikanischen Autorin Christine Pelosi. Die Tochter der demokratischen Minderheitsführerin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, hatte auf Sarifs Gruß zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchanah geschrieben: „Das neue Jahr wäre noch schöner, wenn Sie die Holocaust-Leugnung des Iran beenden würden.“
In der ersten Version seiner Antwort habe Sarif sich laut der Deutschen Presse-Agentur etwas anders ausgedrückt: „Der Iran hat das nie geleugnet. Der Mann, der das tat, ist nun abgetreten. Frohes neues Jahr“.
Auch der neue iranische Präsident Hassan Rohani hatte am Mittwoch Juden in aller Welt Glückwünsche zum Neujahrsfest übermittelt (Israelnetz berichtete).

Polenz: Erster Schritt für Besserung des Verhältnisses

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), hält Besserungen im Verhältnis zwischen Israel und dem Iran für möglich. „Ich würde es einen Schritt nennen, ein vorsichtiges Herantasten“, sagte Polenz am Freitag im Deutschlandradio Kultur über den Neujahrsgruß Rohanis. Noch sei in der Sache kein wirklicher Fortschritt erreicht, Israel sei weiter sehr besorgt über das iranische Nuklearprogramm. „Andererseits halte ich es für klug, wenn Israel jetzt auch versucht, auf die Signale aus dem Iran zu achten. […] Sonst nimmt man Veränderungen, auch wenn sie erstmal nur in Nuancen sichtbar werden, nicht wirklich wahr und kann dann auch nicht angemessen darauf reagieren. Insofern finde ich es schon gut, dass Israel jetzt auch stärker zu beobachten scheint“, sagte Polenz.
Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte den Holocaust wiederholt als Märchen bezeichnet. Zudem bezeichnete der geistliche Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, Israel als ein „Krebsgeschwür […] im Herzen der muslimischen Welt“. Er erklärte in der Vergangenheit: „Der Zionismus ist eine Gefahr für die gesamte Menschheit.“

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