LOS ANGELES (inn) – Ungewöhnliche Pressekonferenz: Am Donnerstag haben 20 iranische Journalisten das israelische Konsulat in Los Angeles besucht. Ihr Gespräch mit dem Diplomaten Ehud Danoch wurde per Satellit live in den Iran übertragen.
Die Pressekonferenz fand im Jerusalem-Saal des Konsulats statt. Vertreten waren Mitarbeiter von Fernseh- und Radiosendern sowie Zeitungen aus dem Iran. Sie begaben sich damit quasi auf „israelisches Territorium in den USA“. Auf einem großen Bildschirm wurden während des Treffens israelfeindliche und gegen die westliche Welt gerichtete Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ausgestrahlt.
Konsul: „Wie 1939“
„Wie kann es sein, dass ein Mensch wie Ahmadinedschad im Namen der iranischen Zivilisation spricht, die eine so reiche Geschichte und Kultur hat?“, fragte Konsul Danoch seine Gäste. „Die Äußerungen des iranischen Präsidenten vermitteln ein Gefühl, als befänden wir uns im Jahr 1939. Trotz der großen Wertschätzung, die wir für das iranische Volk haben, kann man Worte eines Präsidenten, der zur Vernichtung Israels aufruft, nicht ignorieren.“
Der israelische Diplomat versicherte den iranischen Journalisten: „Israel hat nichts gegen das Volk im Iran oder den Islam. Vor der Revolution hatte Israel diplomatische, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen mit Teheran. Die iranische Führung hat fest vor, Israel zu vernichten – nicht aufgrund dessen, was wir tun, sondern aufgrund dessen, was wir vertreten – Demokratie und Freiheit.“
„Eure Steuern finanzieren Hisbollah“
Danoch teilte den Iranern mit, dass mit ihren Steuergeldern das Training und die militärische Ausrüstung der radikal-islamischen Hisbollah finanziert würden. Diese habe etwa 4.000 Raketen auf unschuldige israelische Zivilisten abgefeuert.
Die Worte des Israelis wurden simultan in die iranische Landessprache Farsi übersetzt. Eine Live-Übertragung gab es unter anderem im iranischen Fernsehsender „Kanal 1“, der rund 30 Millionen Zuschauer hat. Auch ein Kamerateam des Senders „Voice of America“ war zugegen – er kann im Iran und den Nachbarstaaten gut empfangen werden. Zudem sendeten zwei iranische Radiosender die Pressekonferenz.
Laut der Zeitung „Jediot Aharonot“ zeigten sich die iranischen Journalisten sichtlich bewegt und blieben auch nach dem Ende der offiziellen Pressekonferenz im Konsulat. Sie fragten unter anderem, ob Israel vorhabe, iranische Atomstandorte anzugreifen. Danoch gab die offizielle israelische Antwort: „Es handelt sich um ein Problem, das die Region und die ganze Welt gefährdet. Israel als Teil der internationalen Gemeinschaft wird alle diplomatischen Anstrengungen unternehmen, um das Problem auf friedlichem Wege zu lösen.“