Bei den Iranern handelt es sich um drei Diplomaten und einen Journalisten der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Sie waren während der israelischen Invasion in einem Fahrzeug unterwegs von Syrien nach Beirut. Nördlich der libanesischen Hauptstadt wurden sie von christlichen libanesischen Milizionären aufgehalten. Nach Aussage christlicher Warlords wurden sie von libanesischen Truppen entführt, die damals mit Israel verbündet waren. Kurz darauf seien sie getötet worden. Israelische Vertreter sagen, die Truppen seien für den Tod der Iraner verantwortlich.
Nach iranischer Auffassung hingegen wurden die Männer an Israel übergeben und befinden sich in einem israelischen Gefängnis. Am Montag wandte sich der Iran in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon. Darin wiederholt der iranische UN-Botschafter Mohammad Khazaee diese oft geäußerte iranische Sicht der Dinge. „Kein glaubwürdiges Beweisstück wurde bis zum heutigen Tage vorgelegt, welches das Martyrium der genannten iranischen Vertreter belegt hätte“, heißt es in dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.
Der UN-Botschafter fordert Ban und den Sicherheitsrat auf, ihrer Verantwortung aus der UN-Charta ohne weitere Verzögerung nachzukommen. Sie müssten auf die „illegale Entführung und die fortgesetzte ungesetzliche Haft iranischer Diplomaten und eines Journalisten durch das israelische Regime“ reagieren, indem sie deren sichere und unverzügliche Rückkehr gewährleisteten.
In der vergangenen Woche hatte die Hisbollah-Miliz mitgeteilt, ein deutscher Vermittler werde demnächst einen israelischen Bericht über das Schicksal der Iraner erhalten. Dies solle im Rahmen des für Mitte Juli vereinbarten Gefangenenaustausches zwischen Israel und der Hisbollah geschehen.