Dem Bericht der in Wien ansässigen IAEA zufolge hat der Iran 180 so genannter „IR-2m“-Zentrifugen und leere Gehäuse errichtet. Die Installationen nahe der Stadt Natanz seien noch nicht im Betrieb. Doch bei einem erfolgreichen Start würden sie es der islamischen Republik ermöglichen, erheblich schneller Nuklearmaterial zu sammeln, meldet die israelische Zeitung „Yediot Aharonot“.
Der Iran behauptet, die Kerntechnologie nur für friedfertige Zwecke wie Energiegewinnung einsetzen zu wollen. Die internationale Gemeinschaft befürchtet hingegen den Bau einer Atombombe. Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums sah in dem Vorstoß des Iran einen „weiteren provokativen Schritt“. Der amerikanische Präsident Barack Obama ließ durch einen Sprecher weitere Sanktionen gegenüber dem Iran androhen.
Netanjahu sprach von einem „schwerwiegenden Bericht“, der zeige, dass sich der Iran weiterhin zügig der „roten Linie“ nähere. Netanjahu hatte bei einer Rede vor der UN-Generalversammlung vergangenen September ein Schaubild mit einer roten Linie präsentiert, um den Fortschritt der iranischen Bemühungen im Nuklearbereich zu illustrieren (Israelnetz berichtete). „Heute ist der Iran näher dran als je zuvor, angereichertes Material für eine Atombombe zu erhalten“, warnte der Likud-Politiker gestern. Er kündigte an, mit US-Präsident Obama zuerst über dieses Thema zu reden, wenn dieser im März Israel besucht.
Der Bericht der Atomenergiebehörde spricht auch davon, dass der Iran einen Teil des Uranium, das sich für den Bau der Atombombe eignen würde, in Pulver umgewandelt hat. Dieses Pulver dient dem Betrieb von Kernreaktoren. Die Herstellung von angereichertem Uranium, die die internationale Gemeinschaft kritisch sieht, habe sich in den vergangenen Wochen verlangsamt. Derzeit besitze der Iran 167 Kilogramm, das er nach eigenen Angaben für Forschungsreaktoren brauche. Für eine Atombombe seien laut „Yediot Aharonot“ etwa 250 Kilogramm nötig.
Ein Treffen zwischen Vertretern des Iran und der Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrates sowie aus Deutschland ist für den 26. Februar in Kasachstan angesetzt. Dabei würde es sich um das erste Treffen dieser Art seit acht Monaten handeln. Inhaltlich geht es um die Lockerung der Sanktionen gegen den Iran im Goldhandel. Voraussetzung dafür ist, dass der Iran seine umstrittene Fabrik zur Urananreicherung in der Stadt Fordo schließt.