Indien: Bemühungen um Befreiung der israelischen Geiseln

MUMBAI (inn) - Indische Sicherheitskräfte haben am Freitag mehrere israelische Geiseln aus dem Hotel "Oberoi" in Mumbai (Bombay) befreit. Die Befreiungsaktion im jüdischen Chabad-Zentrum dauerte hingegen am Nachmittag noch an. Von Hubschraubern aus gelangten schwerbewaffneten Männer am Morgen auf das Dach des Gebäudes.

Aus dem israelischen Außenministerium hieß es am Donnerstag, vier bis sechs Israelis würden vermutlich im jüdischen Nariman-Haus festgehalten. Zudem würden zwischen 20 und 30 israelische Geiseln in den von Terroristen kontrollierten Hotels vermutet. Am frühen Freitagmorgen waren mehrere Explosionen in dem Chabad-Zentrum zu hören. Am Nachmittag waren noch 17 Israelis, deren Aufenthalt in der Stadt bekannt war, nicht mit offiziellen Vertretern in Kontakt getreten. Dies meldet die Tageszeitung “Ha´aretz”.

Laut indischen Medienberichten konnten etwa zehn Geiseln aus dem Nariman-Haus befreit werden. Über ihre Identität ist nichts bekannt. Auch seien in dem Gebäude fünf Leichen von Geiseln entdeckt worden.

Livni: gemeinsam gegen Terror kämpfen

Israels Außenministerin Zippi Livni sagte: “Israel, Indien und der Rest der freien Welt befinden sich in der vordersten Front des Kampfes gegen Terrorismus und Extremisten. Leider wurden wir am Donnerstag unsanft wieder daran erinnert.” Man müsse in diesem Kampf zusammenarbeiten. Der indische Außenminister Pranab Kumar Mukherjee sicherte den Israelis alle benötigte Unterstützung durch die örtlichen Behörden zu. Das israelische Außenministerium und die Botschaft in Neu-Delhi sind in ständigem Kontakt mit den indischen Sicherheitskräften und bemühen sich, vermisste Staatsbürger ausfindig zu machen.

Am Nachmittag rief eine Geisel aus dem Chabad-Zentrum in der israelischen Botschaft an. Die Frau sagte, die Terroristen hätten sie zu dem Gespräch gezwungen. Sie müsse deren Aufforderung an die indische Regierung weitergeben, alle inhaftierten Mitglieder ihrer Organisation freizulassen.

Aufruf zum Gebet

Unterdessen fuhr am Donnerstag regelmäßig ein Fahrzeug mit einer Lautsprecheranlage durch das ultra-orthodoxe Stadtviertel Meah Schearim in Jerusalem. In hebräischer und jiddischer Sprache wurden Passanten aufgefordert, für das Wohl der Juden zu beten, die in Mumbai festgehalten werden.

In der Nacht zum Donnerstag hatten Terroristen an verschiedenen Orten in Mumbai mit automatischen Waffen das Feuer eröffnet. Dabei kamen laut Polizeiangaben mindestens 156 Menschen ums Leben, etwa 327 wurden verletzt. Dann übernahm sie die Kontrolle über mehrere Hotels und das Hauptquartier der jüdischen Chabad-Bewegung. Zu den Anschlägen bekannte sich eine bislang unbekannte Gruppierung namens “Deccan Mujahideen”. Die Angriffe galten offenbar vor allem Ausländern.

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