ECKENFÖRDE (inn) – Das israelische Rüstungsunternehmen Israel Aerospace Industries (IAI) hat am Mittwoch der deutschen Marine ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug übergeben. Das „Blue Whale“ genannte System soll bei der militärischen Aufklärung und der verdeckten U-Boot-Jagd zum Einsatz kommen.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um das größte und modernste unbemannte System der Marine. Erfahrungen gebe es damit zwar nur in Israel, teilten die Seestreitkräfte mit. „Doch die Tests in Deutschland verliefen so überzeugend, dass die Entscheidung zur Beschaffung einiger Exemplare schnell fiel.“
Aufbau einer hybriden Flotte
Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, sieht die Indienststellung als Startpunkt für den Aufbau einer hybriden Flotte. Der Begriff meint die Verbindung konventioneller Technologien mit neuen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Weitere Anschaffungen des Typs „Blue Whale“ sind angedacht.
Bei der Übergabezeremonie am Stützpunkt Eckenförde bei Kiel war der Staatsminister des Bundesministeriums, Jens Plötner zugegen. Neben dem IAI-Geschäftsführer Boas Levi nahm auch der Geschäftsführer des deutschen Rüstungskonzerns TKMS Atlas, Michael Ozegowski, an der Feierlichkeit teil. Beide Unternehmen waren an der Entwicklung des Systems beteiligt.
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Erhöhte Zielgenauigkeit
Das Fahrzeug hat eine Länge von 10,9 Metern und einen Durchmesser von 1,12 Metern. Es wiegt 5,5 Tonnen. Nach Angaben der Marine liegt der Vorteil des unbemannten Systems unter anderem darin, näher an unmittelbaren Gefahren zum Einsatz kommen zu können.
„Blue Whale“ verfüge zudem über moderne sonar- und satellitengestützte Sensorik zur Erstellung eines weiträumigen Lagebildes. Das erhöhe die Zielgenauigkeit im Ernstfall, schütze das Leben von Besatzungen und senke Kosten. Zudem sei eine Überwachung kritischer Infrastruktur unter Wasser möglich.
Die Übernahme des Unterwasserfahrzeugs ist das jüngste Beispiel der Zusammenarbeit zwischen der israelischen und deutschen Streitkräfte. Erst am Freitag haben die Heere beider Länder erstmals eine Zusammenarbeit vereinbart. Bereits Anfang Dezember ging das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 in einem Standort südlich von Berlin in Betrieb. (df)
2 Antworten
Da werden sich die Franzosen wieder schrecklich aufregen und Deutschland unsolidarisches Verhalten vorwerfen. Sollen’se. Dass die Bundesmarine seröse israelische Systeme bevorzugt statt französischer Blechbüchsen hat meine volle Unterstützung.
Es ist schön, dass Deutschland ein unbemanntes U-Boot verwendet, welches in Israel entwickelt worden ist.