In Athen: Ja‘alon kritisiert Türkei

ATHEN (inn) – Der israelische Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon hat die Türkei der Unterstützung für den „Islamischen Staat“ bezichtigt. Seine Kritik äußerte er in Griechenland – direkt vor den zweiten israelisch-griechischen Regierungskonsultationen.
Wirft der Türkei indirekte Unterstützung für den IS-Terror vor: Verteidigungsminister Ja'alon
Der sogenannte „Islamische Staat“ habe über einen langen Zeitraum hinweg türkisches Geld für Öl erhalten. Diesen Vorwurf äußerte der israelische Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon am Dienstag bei einem Treffen mit seinem griechischen Amtskollegen Panos Kammenos in Athen. Die Türkei erlaube zudem „Dschihadisten, sich von Europa nach Syrien und in den Irak und zurück zu bewegen, als Teil des terroristischen Netzwerkes vom IS“. Er hoffe, das alles werde bald ein Ende finden, sagte Ja‘alon laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Der israelische Minister ergänzte: „Es ist an der Türkei, der türkischen Regierung, der türkischen Führung, zu entscheiden, ob sie Teil irgendeiner Zusammenarbeit im Kampf gegen Terror sein wollen. Dies ist bislang nicht der Fall.“ Die Türkei hat dementiert, Ölschmuggel durch den IS zuzulassen. Ja‘alons Kritik fällt in eine Zeit der vorsichtigen Wiederannäherung zwischen Israel und der Türkei. So bekundete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Dezember die Bereitschaft, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern unter bestimmten Bedingungen zu verbessern. Dazu gehört eine Aufhebung der Blockade gegen den Gazastreifen. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu wiederum sagte vorige Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos, er sei „hoffnungsvoll“ bezüglich einer Normalisierung. Israel spreche mit türkischen Vertretern, und sie sprächen mit Israelis. „Wenn wir Erfolg haben, wird das gut für beide Länder sein“, prognostizierte er im Gespräch mit einer türkischen Nachrichtenagentur.

Gespräche mit Griechenland und Zypern

Infolge der Verschlechterung der Beziehungen hat sich Israel indes auf die Suche nach alternativen Bündnispartnern in der Region gemacht. Deshalb strebt es danach, die Beziehungen zu Griechenland und zu Zypern zu verbessern. Für den heutigen Mittwoch sind israelisch-griechische Regierungskonsultationen geplant – das zweite Mal nach dem Oktober 2013. Für die Beratungen kommt der griechische Premier Alexis Zipras mit sechs Ministern nach Jerusalem. Auch sechs israelische Kabinettsmitglieder sollen sich beteiligen. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums geht es unter anderem um wirtschaftliche Zusammenarbeit, Tourismus und Kampf gegen Terror. Am Donnerstag sollen Netanjahu und Zipras dann nach Zypern fliegen. Dort ist ein Dreiergipfel mit Präsident Nikos Anastasiadis anberaumt. Die Politiker wollen sich mit gemeinsamen regionalen Interessen der drei Länder befassen. (eh)

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