Immer mehr ISIS-Anhänger im Gazastreifen

GAZA (inn) – Die islamistische Miliz ISIS gewinnt offenbar auch im Gazastreifen an Unterstützung. Die Hamas allerdings leugnet jegliche Präsenz der Terrorgruppe, die in Teilen des Irak und Syriens ein Kalifat ausgerufen hat.
Dieses YouTube-Video soll zeigen, wie die ISIS von Gaza aus Israel beschießt.

Einem Bericht der ägyptischen Zeitung „Al-Masri al-Joum“ zufolge haben die Sicherheitskräfte des afrikanischen Landes unlängst 15 ISIS-Terroristen festgenommen. Diese hätten versucht, vom Gazastreifen in den Sinai zu gelangen. Hamas-Sprecher Ejad al-Basam kommentierte dies mit den Worten „Lügen und Erfindungen“. Die Nachricht sei Teil einer Kampagne, „das Bild des Gazastreifens zu verzerren“, sagte er laut der amerikanischen Nachrichtenseite „Vocativ“. „Es gibt keine Präsenz der ISIS in Gaza.“
Im Juni versammelten sich Anhänger der ISIS in der Grenzstadt Rafah. Sie skandierten Slogans für die Gründung eines Kalifats und gegen Juden. Hamas-Polizisten zerstreuten die Demonstration. Die palästinensische Gruppe habe örtliche Journalisten daran gehindert, die Kundgebung zu dokumentieren, schreibt Khaled Abu Toameh in einer Analyse des New Yorker „Gatestone Institute“ vom 4. Juli. Er wertet dies als Teil der Bemühung, jegliche Existenz der ISIS im Gazastreifen zu leugnen. „Aber die Hamas scheint zu versuchen, die Sonne mit einem Finger zu bedecken.“

ISIS-nahe Gruppen bekennen sich zu Beschuss

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) und israelische Sicherheitsquellen sind davon überzeugt, dass ISIS-Anhänger für einige der jüngsten Raketenangriffe aus dem Gazastreifen verantwortlich sind. Mindestens zwei von ihnen wurden bei der aktuellen israelischen Offensive „Starker Fels“ getötet. Bei ihrer Beisetzung trugen Trauernde Fahnen und Banner der ISIS.
Bereits am 9. Juni bekannte sich eine Gruppe namens „Ansar al-Dawla al-Islamija“ (Anhänger des islamischen Staates) zu einer gegen Israel gerichteten Raketensalve. Die Organisation „Ansar Beit al-Makdis“ (Partisanen von Jerusalem) änderte ihren Namen offenbar zu Ehren der ISIS in „Al-Dawla al-Islamija“ – das heißt „Der islamische Staat“. Sie bekannte sich auf YouTube zu einem Angriff mit mehreren Raketen am 10. Juni auf die südisraelische Stadt Netzarim.

Palästinenser bitten ISIS um Hilfe

Zumindest im Internet bekunden immer mehr Bewohner des Küstenstreifens Unterstützung für die Miliz. Manche Palästinenser bitten in Foren ISIS um Hilfe angesichts der Ineffizienz der Hamas. „Ich bin einer der ISIS-Unterstützer in Gaza“, zitiert „Vocativ“ einen von ihnen. „Ich bitte den Kalifen, zu intervenieren und das Blutvergießen zu beenden, aber ich weiß, dass die ISIS beschäftigt ist und jetzt nicht in Palästina intervenieren kann.“
In einem anderen Post heißt es: „Wir bitten das Kalifat, die salafistisch-dschihadistischen Gruppen in Gaza mit Geld und Waffen zu unterstützen. Wir haben nicht genügend starke Männer. Wir wollen Eure Hilfe, wir wollen Eure Hilfe, wir wollen Eure Hilfe … Diejenigen mit dem falschen Weg [Hamas] haben die Unterstützung des Iran und der Schiiten, und wir sitzen in unseren Häusern als Frauen, ohne Waffen. Unsere Lage ist schlecht … Wir können nicht herauskommen wegen Ägypten und können nicht hier in Gaza kämpfen wegen des Mangels an Ressourcen.“

Hamas: „Niemand in Gaza steht in Verbindung mit ISIS“

Schon vor einigen Monaten äußerten salafistisch-dschihadistische Vertreter im Gazastreifen in einem Film ihre Treue gegenüber der ISIS. Darin präsentieren sich zehn bewaffnete und vermummte Männer. Im Hintergrund sind Fahnen zu sehen, die mit der Miliz in Verbindung gebracht werden. Darauf weist die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ hin.
Hamas-Sprecher Salah al-Bardawil sagte damals, es gebe keinerlei extremistische Vertreter im Gazastreifen, die mit ISIS oder Al-Qaida in Verbindung stünden. Der Film solle die Hamas besudeln und mit einer Terror-Organisation wie Al-Qaida auf eine Stufe stellen.
Khaled Abu Toameh kommt in seiner Analyse für das „Gatestone Institute“ zu dem Schluss, dass der Gazastreifen nicht nur eine Bedrohung für Israel darstelle, sondern auch für Ägypten. Das einzig wirksame Mittel dagegen sei eine israelisch-ägyptische Sicherheitszusammenarbeit.

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