Im Alleingang: Jordanien will Wasser ins Tote Meer pumpen

AMMAN (inn) - Jordanien will ohne die Beteiligung von Israel und den Palästinensern mit dem Bau einer Wasserleitung vom Roten Meer zum Toten Meer beginnen. Das Land sei durstig und könne nicht länger warten, erklärte Projektleiter Fajes Bataineh.

Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde hätten keine Einwände gegen den Baubeginn geäußert. Begonnen werden soll im Jahr 2010. Die erste Bauphase soll 2014 abgeschlossen sein. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund zwei Milliarden Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Mithilfe der Anlage sollen jährlich etwa 310 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Roten Meer entnommen werden. Ein Teil davon soll in eine Entsalzungslange in der Hafenstadt Akaba fließen, der Rest soll ins Tote Meer geleitet werden.

Jordanien leidet unter noch stärkerem Wassermangel als Israel und zählt zu den zehn trockensten Ländern der Erde. 80 Prozent des Staatsgebietes sind Wüste.

Israel und Jordanien hatten erstmals im Sommer des Jahres 2002 über die Idee einer Wasserleitung vom Roten zum Toten Meer gesprochen. Bislang war es jedoch nicht zur Umsetzung der Pläne gekommen. Im vergangenen Jahr hatten Umweltschutzorganisationen in Israel vor einer solchen Leitung gewarnt. Sie befürchten negative Auswirkungen durch die Änderung der Zusammensetzung des Wassers im Toten Meer.

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