Hunderte Palästinenser ergeben sich – Armee macht Jagd auf Barghouti

RAMALLAH (inn) – Mehr als 300 Palästinenser haben am Dienstag das Hauptquartier des palästinensischen Geheimdienstchefs, Jibril Rajoub, in Beitunia nahe Ramallah verlassen und sich der israelischen Armee ergeben.

Die Armee hatte das Gebäude am Dienstagmorgen belagert. Rajoub selbst, hatte sein Hauptquartier bereits vor einigen Tagen verlassen.

Gemäß einer von den USA vermittelten Vereinbarung zwischen den Konfliktparteien, wird Israel die Palästinenser rund 24 Stunden in Untersuchungshaft nehmen und prüfen, ob es sich um gesuchte Terroristen handelt. Israelischen Angaben zufolge, habe der als gemäßigt geltende Rajoub, Dutzenden mutmaßlichen Terroristen Schutz gewährt.

Unterdessen ist die israelische Armee auf der Suche nach Fatah-Führer Marwan Barghouti. Wie ein Armeesprecher mitteilte, ist es Barghouti offenbar gelungen, noch vor der Militäroffensive aus Beitunia zu fliehen.

Obwohl Barghouti als „Schlüsselfigur des palästinensischen Terrors“ gilt, hatte die Armee bislang auf eine Festnahme des 42jährigen verzichtet. „Bisher haben wir hochrangigen Palästinensern zuviel Respekt entgegengebracht, das war unser Fehler. Jetzt werden wir Barghouti verhaften“, sagte ein israelischer Sicherheitsbeamter dem aktuellen Dienst von „Ha´aretz“.

Barghouti ist einer der Führer der Fatah-Organisation von PLO-Chef Yasser Arafat in Samaria und Judäa. Ferner gilt er als einer der Anführer der sogenannten „Intifada“. In manchen Kreisen wird er als potentieller Nachfolger Arafats gehandelt.

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