Um zehn Uhr morgens leiteten Sirenen eine zweiminütige Schweigezeit ein, in der das öffentliche Leben ruhte.
Die offizielle Staatsfeier begann mit einer Kranzniederlegung am „Mahnmal zum Andenken an das Warschauer Ghetto“ in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Von sechs Holocaust-Überlebenden wurden sechs Fackeln entzündet. Zahlreiche Regierungsspitzen des Landes waren anwesend. In seiner Ansprache warnte Premierminister Ehud Olmert davor, den Völkermord zu vergessen oder zu leugnen: „Wer hätte gedacht, dass sich 60 Jahre später noch immer das hässliche Haupt des Judenhasses und des Israelhasses weltweit erheben würde, dass es immer noch aufhetzen, vergiften und verlocken würde.“
Staatspräsident Schimon Peres forderte während der Feierlichkeiten die Weltpolitiker auf, gegen globale Bedrohungen zu handeln und wies dabei auf das Atomprogramm des Iran hin. Die Welt müsse aus den Fehlern der Geschichte lernen, sie hätte Adolf Hitler stoppen können, wenn sie rechtzeitig gehandelt hätte, so Peres.
In Israel leben derzeit noch etwa 270.000 Holocaust-Überlebende. 80.000 von ihnen waren Häftlinge in Konzentrationslagern.